Bittersweet von Nadia

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Story Bemerkung:

Note: Mein Beitrag zur Challenge #2 auf creeksides.net
Es gibt Dinge auf die kann man sich nicht vorbereiten. Man kann es versuchen, doch mehr auch nicht. Ich habe versucht, mich auf diesen Tag vorzubereiten. Den Tag an dem ich diesen Brief von dir erhalte, in dem du mich einlädst zu deiner Hochzeit mit ihr zu kommen.
Ich würde gerne kommen und dir sagen, dass ich mich für euch freue. Dass ihr zueinander passt und dass ihr einander verdient habt. Doch es würde zynisch klingen, ja sogar sarkastisch. Denn es würde aus der Tiefe meines Herzens kommen.
Viel zu lange schon habe ich von dem Tag geträumt, an dem du einsehen würdest, dass du mich – deine erste große Liebe – heiraten wolltest und nicht das Mädchen, das du wie eine Schwester kennst.
Verdammt, ihr habt euch gehasst, geneckt und geärgert wie es Bruder und Schwester tun. Ist dir nicht klar, dass das praktisch Inzest ist, was ihr da treibt?
Zu einem Hochzeitsfan wolltest du mich machen, in dem Jahr das nur uns beiden zu gehören schien. Und du hast es geschafft! Ja, ich liebe Hochzeiten. Doch nicht diese. Nicht die Hochzeit, die dich und sie vermählt!
Ich sitze hier in Europa, allein, während du mit ihr vermutlich gerade die Gästeliste durchgehst und Geschirr aussuchst. Das passt nicht zu dir. Und du wolltest warten, erinnerst du dich? Du wolltest doch warten, bis du Dreißig bist. Das wirst du in sechs Jahren sein, nicht in diesem Jahr.
Warum hast du mir Hoffnung gemacht? Mir die große Liebe vorgegaukelt, wo ich doch bestenfalls eine von vielen auf deinem Weg ins Erwachsenwerden war?
Du hast so oft von Liebe gesprochen. Wolltest immer bei mir sein. Für mich da sein. Und nun – bist du all dies, was du versprachst für mich zu sein, für sie. Du liebst sie, nicht mich. Und sie liebt dich. Doch liebt sie dich auch so wie ich dich liebe?
Du bist nicht ihre erste große Liebe. Sie wird dich nie so lieben, wie sie ihn liebte. Das habe ich dir vor vielen Jahren gesagt und ich glaube noch an diese Worte. Du wirst dich eines Tages an diese Worte erinnern, vielleicht nicht heute, vielleicht auch nicht morgen. Doch ganz bestimmt irgendwann. Und dann werde ich nicht mehr da sein, um dich aufzufangen.
Ich kann das nicht mehr.
Ich will das einfach nicht mehr.
Ein Lückenfüller war ich für dich, nach deiner sündhaften Beziehung zu dieser Frau, die deine Mutter hätte sein können. Ich war jemand an dessen Elend du dich hochziehen und danach besser fühlen konntest. Du hast mein Elend gesehen und dein eigenes dabei vergessen.
Ich habe dich zu dem Mann geformt, den sie nun heiraten darf. Ich fühle mich ausgenutzt. Wie jemand, der aus einem Samenkorn eine wunderbare Sache heranzüchtet, von der keiner glaubte, dass sie je so gedeihen würde. Du bist wie eine Pflanze, die ich eingesät und mühsam monatelang herangezogen habe und die mir letztlich aus meinem Garten gestohlen wird. Klammheimlich.
Ich sollte die Person sein, die auf der Gala jedem zeigt, wem du gehörst. Zu wem du gehörst. Zu mir, nicht zu ihr.
Sie soll zu ihm gehen. Zu ihrer ersten großen Liebe. Zu ihrem Seelenverwandten. Er ist ihr Seelenverwandter. Du teilst nur das Bett mit ihr. Ist dir das nicht klar? Eure Liebe wird nicht halten. Sie kann es nicht. Der Boden ist faul und alles andere als nährstoffreich. Eure Liebe wird eingehen und davon wehen, wie ein Blatt im Wind.

Lieber Pacey,

es tut mir leid, doch es ist mir nicht möglich zu eurem großen Tag zu kommen. Schreibe ich und muss mich bemühen nicht zu verbittert zu klingen. Ich wünsche euch alles Glück der Welt und dass ihr gemeinsam das findet, wonach ihr euer ganzes Leben lang gesucht habt.

In ewiger Liebe,
deine Andie


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