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Helli [Kontakt]
09.07.19
Dunwall



Ich bin nur ein begeisterter Leser ...

... und daher handwerklich natürlich nicht auf Augenhöhe mit einem Autor.

Auch wenn ich häufig lese, dass Autoren konstruktive Kritik lieber haben, als reine Gefühlsäußerungen (durchaus verständlich) empfinde ich das als schwierig umzusetzen, wenn man Reviews aus einer randständigen Amateursicht verfasst und keine Ahnung vom Schreibprozess, der Technik und/oder dem Storygebastel an sich hat.
Ich würde einem Schreiner auch keine Tipps zur Verbesserung seiner Möbelstücke geben, wenn ich selbst nicht einmal eine Säge richtig halten kann. Ich würde ihm höchstens mitteilen, was ich von seinen Kreationen halte und was mir persönlich (!) komisch vorkommt, auffällt, was sie in mir auslösen oder wenn ich sie am liebsten vom Fleck weg kaufen und in meine Bude stellen möchte.

Und das gleiche mache ich auch mit Geschichten, daher bitte ich darum es mir nachzusehen, wenn meine Reviews weder Plotholes aufstöbern noch Ausdruck oder Stil frisieren können.

Greetz

Helli :)


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Reviews von Helli


Die Kinder Éomunds by Nadia

Rated: M (R-16) • 6 Reviews
Summary: Nach dem Verlust der Eltern, nahm König Théoden die Kinder seiner Schwester bei sich auf. Dies ist ihre Geschichte.
Reviewer: Helli angemeldet
Date: 09.07.19 Title: Kapitel 5: Schmerz und Trost

Wird die Geschichte noch beendet, oder ist sie damit abgeschlossen?

Author's Response: Hallo Helli! Die Geschichte wird auf jeden Fall beendet. Ich kam nur aufgrund meiner Ausbildung die letzten Monate nicht zum Schreiben. Jetzt bin ich examiniert und kann wieder schreiben und mich meinen Hobbies widmen. Ich freue mich über dein Interesse an meiner Geschichte. :)



Reviewer: Helli angemeldet
Date: 18.07.19 Title: Kapitel 6: Wintersonnenwende

So schnell hatte ich das gar nicht erwartet, aber ich freue mich, dass die Geschichte fortgesetzt wird. Ich finde den Gegensatz zwischen der harmonischen Geschwisterbeziehung und den Spannungen mit Grima interessant. Gerade weil Eomer z.b. im Film immer etwas knurrig wirkte, lese ich ganz gerne die andere Seite, die du ihm hier gibst.

Author's Response: Ja, du hast recht, in den Filmen wirkte Éomer nicht gerade allzu freundlich. Ich denke, dass das auch dem Krieg un der grundsätzlich düsteren Situation geschuldet war. Ich kann mir gut vorstellen, dass er vor den Verlusten und Grímas Verrat noch etwas entspannter war. Insbesondere seiner Familie gegenüber. Es freut mich daher, dass dir meine Darstellung von ihm gefällt. :)

Dein Feedback hat mich motiviert direkt weiterzuschreiben. Das nächste Kapitel ist auch schon fast fertig. Das Julfest ausgerechnet im Juli zu schreiben, fiel mir allerdings nicht leicht.^^



Reviewer: Helli angemeldet
Date: 16.08.19 Title: Kapitel 7: Schneeschmelze

Jetzt wird´s spannend!
Da hast du das Kapitel an einer schönen Stelle beendet, die viel Raum für Spekulationen lässt. Ich bin ja skeptisch, ob sie Gríma tatsächlich so schnell loswerden können und wenn ja, was wohl in der alten Heimat auf sie wartet.
In welche Richtung wird´s wohl gehen?

Was mir besonders bei diesem Kapitel wieder auffällt: Du hast ein gutes Gespür für die Sprache/Dialoge der Figuren. Sie erinnern mich stellenweise tatsächlich an die gehobene, manchmal altertümliche Sprache mancher Filmszenen und das unterstreicht die Atmosphäre deiner Geschichte wirklich gut. Oft haben Fantasygeschichten, die aber mittelalterliches Setting haben, sehr moderne Dialoge und das bricht manchmal das Feeling. Hier passiert genau das nicht, im Gegenteil - man sieht die Figuren, wie im Film in der Goldenen Halle stehen und beratschlagen.

Author's Response: Vielen Dank für das wundervolle, motivierende Feedback zum letzten Kapitel! Es freut mich, dass ich dich mit den Dialogen überzeugen konnte. Ich gebe mir damit wirklich Mühe. :) Es freut mich, dass du dran bleibst und ich hoffe, dass ich das neue Kapitel bald fertig bekomme, damit du nicht allzu lange darauf warten musst.^^



Commilitones 1 - Waffenbrüder by Severin Sesachar

Rated: MA (NC-17) • 5 Reviews
Summary: Florenz im Jahre 1479. Mit seinem Dasein als Assassine hat sich Ezio nach wie vor nicht angefreundet. Er sinnt auf Rache, aber der Bruderschaft und den Erwartungen, die man an ihn stellt, steht er nach wie vor skeptisch gegenüber. Als ihm Leonardo bei einem Gefecht vor der Stadt zur Seite steht und dabei unerwartete Talente zeigt, erwacht plötzlich Ezios Ehrgeiz – und zu seiner Überraschung fühlt er sich zunehmend zu seinem besten Freund hingezogen. Gemeinsam machen die beiden Jagd auf die letzten Mitglieder der Pazzi-Verschwörung …
Reviewer: Helli angemeldet
Date: 22.07.19 Title: Kapitel 7: Blick in die Vergangenheit

Assassin's Creed ist leider seinerzeit als Spielreihe irgendwie an mir vorbeigegangen. Ich habe bis heute noch keines der Spiele gespielt und war erst skeptisch, ob ich mit dieser FF überhaupt etwas würde anfangen können, aber ich kann.

Du hast einen sehr angenehmen Schreibstil, besonders deine Beschreibungen lesen sich gut. Sie sind nicht zu detailreich aber es ist genug Information da um sich Vorstellungen von Orten und Gegenständen machen zu können.
Besonders die Beschreibungen der Kampfszenen und Leonardos Zeichnungen sind mir aufgefallen. Du findest das richtige Maß, dass es nicht zuviel wird, das Ganze aber auch nicht zu schnell abgefrühstückt wird.

Zeichnest du selbst? Ach ja und... sprichst du eigentlich italienisch oder sind das alles Äußerungen aus den Spielen?

Ich bin bisher sehr angetan von der Geschichte. Mal sehen, wie es weitergeht :)

Author's Response: Hallo Helli, erst einmal herzlichen Dank für das nette Feedback! Mit so was startet man doch gleich noch beschwingter in den Tag. ^.^ Inzwischen ist die Zahl derer, die AC eigentlich nicht oder nur vom Hörensagen kennen und dennoch mitlesen, größer als die Zahl von eingefleischen AC-Fans - jedenfalls bezogen auf die Leser, die auch Reviews schreiben. Das ist unheimlich spannend. Ich zeichne, ja. An meine Ölfarben habe ich mich allerdings noch nicht herangetraut, auch wenn die bald zwei Jahre hier liegen und auf ihren Einsatz warten. Motiv und Muse/Drang haben sich noch nicht im Team eingestellt. Die benutzten Worte und Floskeln stammen zum Teil aus den Spielen, und das Einstreuen des italienischen Flairs wollte ich in den Storys unbedingt beibehalten. Ich habe hier einige Italiener um mich, die ich bei Unsicherheiten fragen kann, ansonsten versuche ich mich im Self-Taught-System mit Grammatik- und Wörterbüchern. :) Ich wünsche dir eine schöne sonnige Woche mit viel Eus und kühlen Drinks, Severin



Reviewer: Helli angemeldet
Date: 01.08.19 Title: Kapitel 9: Die Sünden der Väter

Ich bin ja kein Freund von Rückblenden, es gruselt mich geradezu, wenn ich weiß, dass jetzt gleich wieder ein Sprung in die Vergangenheit kommt, weil ich immer so ungeduldig bin und wissen will, wie es JETZT weitergeht... aber diese Rückblende hier war eindringlich und interessant. Ich liebe ja Figuren wie Accattabriga, bei denen man nicht auf Anhieb weiß, ob man sie sympathisch finden soll, oder nicht. Vielschichtigkeit herauszuarbeiten, ohne die Leute mit der Nase draufzustoßen gefällt mir. Hab ich selber nie hingekriegt, daher Hut ab! Außerdem habe ich für verbitterte Realos ein dunkles Plätzchen in meinem Herzen reserviert.

Und auch die Szene in der Leonardo für/mit/durch Ezio zeichnet, war wieder so flüssig und eingängig, dass man geradezu sehen konnte, wie das Bild entsteht. Vom Zeichnen war ich übrigens auch nie ein Freund, das ist also schon das zweite Ding, das ich trotzdem ohne Anstrengung hier verfolgen kann.

Was mir hier nur manchmal auffällt, sind fehlende oder doppelte Wörter, die dem Satz manchmal den Sinn nehmen, wenn man nicht genug im Thema bewandert ist, z.B. dieser im vorherigen Kapitel: "„Nachdem Papst Sixtus IV. und seine Verbündeten Florenz den Krieg gegen Florenz erklärt und eine siegreiche Schlacht bei Poggio Imperale geschlagen haben..."
Das doppelte Florenz hat mich etwas irritiert. Kann sich ja auch um einen Bürgerkrieg verschiedener Florentiner Fraktionen handeln, daher war ich mir nicht sicher...
Ich vermute das kommt vom schnellen Tippen.
(Komme mir hier gerade blöde vor als Nicht-Autor am Schreiben anderer herumzumäkeln, aber ich wollte es mal erwähnen, weil es manchmal das Verständnis erschwert)

Author's Response: Zuerst einmal: NEIN, bitte komme dir nicht blöde vor, nur weil du nicht selbst schreibst, es dir aber anmaßt, was zu sagen, wenn es Hand und Fuß hat. Ich gehöre nicht zu den Autoren, die empfindlich werden, wenn man ihnen einen klaren Fehler aufzeigt, und das mit dem doppelten Florenz war fraglos einer. Es war einer jener Absätze, die ich im Nachhinein umformuliert habe, und dabei habe ich das doppelte Teilstück übersehen. Ich bin froh, dass du es mir gesagt hast, und ich habe es auch gleich aus dem Kapitel gestrichen. Herzlichen Danke! :) Ich verstehe deinen Vorbehalt gegenüber Rückblenden, und ich muss gestehen, dass ich mir damit auch nicht selten schwer tue. Hier kam ich nicht drumrum, um Leonardos Vergangeheit etwas besser auszuleuchten, zumal so eine Szene doch mehr erzählt als ein Dialog. Das habe ich zuerst probiert, fühlte sich dann aber doch zu platt und langweilig an. Es freut mich, wenn das Experiment geglückt ist. Der erste Teil ist der einzige in der Reihe, der mit solchen Rückblenden arbeitet (insgesamt sind es drei). Danach waren sie in der Form nicht mehr nötig und ich konnte mich mehr und mehr auf eine eigene Erzähllinie einschießen. Teil 1 orientiert sich noch stark am Game, auch um den nötigen Bezug herzustellen. Die Freiheiten, die ich inzwischen beim Schreiben habe, gab's zu Anfang noch nicht. ^.^ Auch freut mich, dass Accattabriga bisher von allen Lesern als tatsächlich eben das wahrgenommen wurde, was er ist: ein Realist, der einiges falsch gemacht hat, damit aber per se kein schlechter Mensch ist. Figuren eher Grau als rein gut und rein böse zu zeichnen, versuche ich öfter, und dieses Fandom bietet wirklich viel Potenzial für solche Experimente. Da mag sich dann jeder selbst aussuchen, wen er mag und wen er am liebsten das nächste Mal unter einer Klinge liegen sehen möchte, nu um einen Band weiter vielleicht doch anders zu entscheiden. xD Ich dank dir sehr fürs Gedankenteilen und wünsche dir einen schönen Abend. :)



Reviewer: Helli angemeldet
Date: 10.08.19 Title: Kapitel 23: Epilog: La Duomo

Ich habe deine Geschichte nun zuende gelesen und nehme jetzt mal meinen kümmerlichen Mut zusammen um ein paar Gedanken dazu zu schreiben. Ich hoffe du schlachtest mich nicht, wenn dir etwas blöde erscheint oder der Eindruck kommt, dass ich irgendwas nicht erfasst habe (das kann nämlich gut möglich sein)

Vorneweg: Die Spiele nicht gespielt zu haben, erweist sich hier als zweischneidiges Schwert. Durch diesen Umstand und den, dass noch fünf weitere Geschichten vor mir liegen, die alle Fragezeichen vom Tisch wischen könnten, ist dieses Review wahrscheinlich keinen Pfifferling wert, aber dennoch...

Mir ist bewusst, dass ich von dir als Autor nicht verlangen kann die Spielhintergründe wiederzukäuen, die ja sicherlich einige Lücken schließen würden.
Meine Fragezeichen beziehen sich zum einen auf historische Hintergründe (da werde ich dann selber recherchieren müssen), als auch auf die Beziehung zwischen Ezio und Leonardo. Da der Titel deiner Reihe ja schon erahnen lässt, dass du sie als festes Duo geplant hast, ist verständlich, dass hier im Einführungsteil die Beziehung etabliert werden musste. Trotzdem ging mir das irgendwie ein bisschen zu glatt. Ich erinnere mich da besonders an das Gespräch von Ezios Onkel Mario mit Volpe. Dort wird erwähnt, dass Ezio ein Weiberheld ist und auch anfänglich machte er nicht unbedingt den Eindruck viel Erfahrung mit Männern zu haben. Trotzdem gibt er sich sehr schnell und ohne viel Furcht oder Unsicherheit oder auch nur dem Hauch einer Beklemmung Leonardo hin. Vielleicht ist das meine eigene Beschränktheit, aber es machte mich ein bisschen stutzig. Auch musste ich daran denken, dass Leonardo aufgrund seiner Sexualität ja schon einmal Probleme mit der Obrigkeit bekommen hat, worunter sein Ruf ebenfalls gelitten hat. Besteht da keinerlei Angst oder zumindest Bedenken mehr seinerseits? Beide gehen schnell sehr locker mit ihrer Beziehung um. Sie hängen sie zwar nicht an die große Glocke, sind aber auch nicht groß bemüht darum sie zu verbergen.
ABER... da kommt eben mein fehlendes Wissen um die Spielhintergründe zum Tragen. Die zwei scheinen sich lange zu kennen, sind vertraut miteinander und ich habe eben keine Ahnung, was sie zusammen bereits durchgemacht haben und wie weit du da der Story der Spiele folgst. Aus dem Grund könnte es daher natürlich wieder plausibel sein, dass die beiden schnell so unbefangen und intim miteinander umgehen können...


Leonardo ist dein Liebling, oder? Ich frage das hier so unverschämt, weil ich mir einbilde, dass es spürbar ist. Wieder möchte ich darauf verweisen, dass mir bewusst ist, dass das hier der Einführungsteil ist und man erstmal ein Gesamtbild von den Figuren erhalten muss, aber während ich ein sehr gutes Bild von Leonardo habe, ist das von Ezio blasser. Ich kenne seine Hintergründe, seine Herkunft, seine Familie und ich weiß, dass er ein guter Assassine ist, der ein paar Startschwierigkeiten hatte.
Seit Leonardo da ist, läuft es rund und seit Leonardo da ist, haben sie endlich eine Ahnung, was auf diesen Kodexseiten steht (übrigens eine hervorragende Erklärung dafür ihn ins Boot zu holen).
Seit Leonardo da ist, ist er angekommen und als Leonardo da ist, wird er erst richtig in die Bruderschaft aufgenommen.
Kann man alles darunter verbuchen die zwei als Einheit festzumachen. Aber wer ist Ezio ohne Leonardo? Vor allem: was kann er, was Leo nicht könnte? Was zeichnet ihn aus?
Manchmal erschien mir Ezio in der Einheit zu sehr zu verschwimmen. Leonardo hat eine klarere Kontur, vor allem durch seine zahlreichen Fertigkeiten. Er hatte auch keine Schwierigkeiten in das Assassinendasein einzutauchen. Du hast ihm wesentlich mehr Wichtigkeit verliehen, als Ezio, woraus ich ganz stupide eine klare Sympathie herauslese. Mit anderen Worten: Leonardo ist wesentlich interessanter als Ezio. Ich, als unbefangener Leser, der die Spiele nicht kennt, habe da ein Problem, weil ich mir vorstellen kann, dass Ezio deswegen etwas magerer wegkommt, weil er in den Spielen die Hauptfigur und daher bereits dort stark ausgeleuchtet ist, du dich also nicht wiederholen möchtest. Trotzdem interessiert er mich und ich möchte mehr über ihn erfahren. Ich möchte wissen, was ihn von Leonardo abhebt, der alles zu können scheint: zeichnen, übersetzen, komplizierte Gerätschaften erfinden und bauen, kämpfen, meucheln, immer an das Fläschchen Olivenöl denken ;)
Du hast dir soviel Mühe damit gegeben es plausibel zu machen, wieso Leonardo Ezio ergänzt, dass ein bisschen zu kurz gekommen ist, wieso es andersrum ja auch der Fall ist.
Kann allerdings auch ein cleverer Schachzug sein, um die Leute zum Weiterlesen zu bewegen. Bei mir funktioniert er jedenfalls, ich werde am Ball bleiben und hoffe noch ein bisschen mehr Profil von Ezio zu entdecken.

Ich seh´s schon kommen: im zweiten Teil glänzt der gute Mann und ich stehe so richtig schön dumm da. Naja, ich werde versuchen es mit Fassung zu tragen. :D

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Ich mag es, wie du die Beziehung der beiden darstellst, weil sie glaubwürdig ist für eine Männerbeziehung, zumindest wie ich sie mir vorstellen könnte. Hauptsächlich spürt man die freundschaftliche Basis, das Necken, Blödeln, etc. welches dann in den intimeren Momenten in echte Nähe und Emotion gipfelt, ohne kitschig zu werden. Ich lese Slash - zwar nicht bevorzugt, denn es gibt nicht viele Pairings, die mich interessieren, aber dieses könnte ich mögen. Besonders die Badeszene ist mir irgendwie am stärksten in Erinnerung geblieben. Die beiden mussten gar nicht in die Vollen gehen und trotzdem empfand ich sehr viel Intimität und Romantik bei dieser Szene, da war so eine... ja irgendwie unschuldige Erotik... ganz merkwürdig, aber sehr schön geschrieben. Oder auch als Ezio Leonardo ein neues Barett schenkt. Es sind ja bekanntlich die kleinen Gesten...

Gut gefallen hat mir auch, dass du zum Schluss noch eingebaut hat, dass auch Leonardo mal ein paar Schrammen abbekommt. Das rückt das obige, sehr kompetente Bild, das man sonst von ihm bekommt ein bisschen gerade und irgendwie hatte ich auf ein Zeichen von Schwäche gewartet. Klingt böse, ist aber so :P

Auch die Einführung der Gegner deiner Helden hast du gut umgesetzt. Während man in den ersten Kapiteln nur eine vage Ahnung hatte, dass es irgendwie um Rache, Templer und seltsame Manuskripte ging, schälte sich ab der Mitte allmählich ein schärferer Umriss heraus, indem die Personen benannt und kurz vorgestellt wurden (Pazzi, Borgia). Am Schluss durfte man Letzteren dann sogar selbst erleben. Das Bild entfaltete sich langsam aber sicher über die gesamte Geschichte hinweg, was ich sehr gut finde.

Ich, als Templerfan, sehe zwar harten, schmerzhaften Lesestoff auf mich zurollen, aber es hilft ja nichts... auf zum zweiten Teil!

Vielen Dank für diese Geschichte und den Einstieg in deine FF-Welt von „Assassin´s Creed“. Ich empfehle tatsächlich das Lesen in lauer Sommernacht bei Kerzenschein – weckt garantiert italienisches Flair! ;)

Author's Response: Huhu Helli, zuerst einmal vielen Dank für deine ausführliche Rückmeldung. Ich bemühe mich, auf alles einzugehen. Sollte ich irgendwelche Fragen unbefriedigend/nicht ausreichend beantworten, hake nach. ^.^ Gewiss haben die Leser, die das Spiel kennen, einen Heimvorteil, da ich die „Einführungssequenzen“ als gegeben übernommen und erst eingehakt habe, als Ezio als Assassine nach Florenz zurückgekehrt und in die Pazzi-Verschwörung geschlittert ist. Das alles nachzuerzählen, wäre wenig Eigenleistung gewesen und für die Leute, die ACII gespielt haben, auch langweilig. Für Fandomfremde habe ich einen Abriss der Vorgeschichte auf knapp zwei Word-Seiten hier, nur stellte es sich als unelegant heraus, ihn zusammen mit der Story zu posten, sodass ich nach einigem Hin und Her darauf verzichtet habe. An der perfekten Lösung knabbere ich selbst noch und trage mich mit dem Gedanken, Teil 1 zu ergänzen, sobald ich die Reihe abgeschlossen habe – quasi einige Kapitel voranzustellen, in denen die Figuren als „Neuland“ statt „bereits bekannt“ behandelt werden, wobei ich auch hier überlegen muss, wie ich das am geschicktesten anstelle. ^^ Zu dem Zeitpunkt, als Ezio und Leonardo bei mir zusammenkommen, besteht bereits ein gefestigtes Freundschafts- und Vertrauensverhältnis zwischen den beiden, Knuddelattacken inklusive (jupp, Teil des Spiels; einer der knuffigsten ist der, wobei sie hier schon älter sind, wie man sieht: http://66.media.tumblr.com/45cce0bf487085cc4842c8944f2b4b75/tumblr_myg9xjrPJv1t1c5ofo6_250.gif). Im historischen Kontext, speziell auf das Florenz der Renaissancezeit gemünzt, haftet Homosexualität nichts Exotisches an. Sie war ein verbreiteter Lebensstil des Adels und in Künstlerkreisen. Es war Gang und Gäbe, seine Söhne mit denen aus anderen Familien zu verbandeln, um den ein oder andren Vorteil daraus zu ziehen, sei es nun wirtschaftlich oder gesellschaftlich durch ein Anwachsen von einflussreichen Kontakten. Im Spiel stellt Maria Auditore Ezio gezielt Leonardo vor. Im Buch zum Spiel geht sie sogar noch weiter und sagt ihm frei heraus, dass sie eine Verbindung zwischen ihrem Sohn und Leonardo begrüßen würde – auch, da Ezio ziemlich umtriebig unterwegs ist, was sich wiederum gesellschaftlich so gar nicht geschickt hat. Unverheirateten Männern dieser Zeit wurde geraten, sich die Hörner im Bordell abzustoßen oder sich mit anderen Männern zu vergnügen. Intimer Kontakt mit Töchtern aus gutem Hause war ein Tabu. Ezio hat es (mehrfach) gebrochen und sich darüber einiges an Ärger eingehandelt, u.a. mit den Pazzi – seine Narbe an der Oberlippe stammt aus genau dieser Auseinandersetzung, denn als er Vieri de‘ Pazzi dreist vor den Latz knallte, dass dessen Schwester ja mehr als zufrieden mit Ezios „Behandlung“ gewesen sei, flog der Stein. Reichlich unrühmlich für Ezio … xD Was Leonardo angeht: Er hätte niemals Ärger mit der Obrigkeit bekommen, wenn in den Fall kein Vertreter der Medici-Familie involviert gewesen wäre – ich hatte gehofft, diesen Punkt deutlich genug gemacht zu haben, aber offenbar fehlt da irgendwo noch was. Was strafbar war, war Prostitution von Männern. Frauen durften ihren Körper verkaufen, Männer … nope, ganz andere Geschichte. Nun gab es da diesen jungen Jacopo Saltarelli, und der scheint sich so manchem angeboten zu haben, um sich aushalten lassen, u.a. jenem Medici-Mitglied. Gegen die Medici wurde sowieso gerne gewettert, und hier sah man natürlich die Chance für einen Skandal. Man denunzierte den Mann und fügte der Liste noch drei weitere Namen hinzu, um alles ‚wichtiger‘ und ‚wahrer‘ erscheinen zu lassen. Leonardos Name (auch er hatte aufgrund seiner Steilkarriere Neider) landete mit auf dieser Liste. Vor Gericht sagte er aus, Jacopo einen Mantel geschenkt, dies aber nicht als Bezahlung, sondern freundschaftliche Geste betrachtet zu haben. Die Anschuldigungen, er habe für Sex mit einem Mann Geld gezahlt, wurde fallen gelassen, sein Ruf war dennoch angeknackst, da man sich in Florenz bereits (natürlich) die Mäuler über ihn zerrissen hatte (dazu kommt in späteren „Commilitones“-Bänden noch mehr). Zusammengefasst: Nein, Homosexualität an sich war kein Problem, zumal die Erziehung der Männer damals vorwiegend bisexuell ausgerichtet war. Es gab noch einiges an Regeln (z.B. ‚der Ältere führt‘), aber so krasse Dinge, wie wir sie heute noch in manchen Kulturkreisen beobachten können (Verfolgung, Todesstrafe), waren in Florenz nicht an der Tagesordnung. Schwule trugen nicht umsonst für lange Zeit den Beinamen ‚Florentiner‘, da recht bekannt war, dass diese Lebensart dort lange Zeit als ziemlich normal betrachtet wurde. Ich habe den Fokus auf Leonardo gelegt, da man Ezios Geschichte aus den Spielen schon kennt. Leonardo dagegen ist das ‚Frischfutter‘, das als Ezios Sidekick natürlich nicht die Aufmerksamkeit und Beleuchtung erfahren hat wie der Game-Prota. Darüber war ich beim Spielen ein bisschen enttäuscht, gerade da man aus dieser Figur so viel mehr hätte herausholen können. Das war quasi die Triebfeder, warum ich angefangen habe, „Commilitones“ zu schreiben. Es war zu Beginn nur ein One-Shot. Die Szene mit dem Wettreiten + Kampf vor der Mühle, um Leonardo mal als aktiven Part reinzubringen und nicht als die ‚damsel in distress‘, als die man ihn aus reinem Game-Prinzip oft degradiert hat. Dieses Bild passt so gar nicht zum historischen Leonardo, und ja, ich wollte dieses Bild reinwaschen. Leonardo da Vinci ist eine sehr faszinierende Persönlichkeit, vielleicht die einzige historische, für die ich mich je so interessiert habe, wobei mich der Mensch, den man aus seinen Notizbüchern herausliest, weit mehr beeindruckt als der Künstler, der hinter der „Mona Lisa“ steht (ich mag das Bild nicht mal sonderlich). Dass es Leonardo ist, der die Kodexseiten als Einziger übersetzen kann, entstammt dem Spiel. Ezio kommt mit den Dingern immer zu ihm, und es ist immer Leonardo, der an der Verbesserung von Ezios Waffen arbeitet. Das gibt ihm im Game sozusagen die Daseinsberechtigung. Und du hast ganz recht, dass es deshalb für einen Spielfremden so erscheint, als sei Leonardo die wichtigere Figur. Die Grenzen verschwimmen im Laufe der nächsten Bände, in denen ich mich mehr vom Spiel distanziere und Ezio auch eine abweichende Entwicklung gebe, die ihn mehr und öfter in den Mittelpunkt rückt – auch dass es eigentlich nicht Leonardo ist, der Ezio rettet, sondern andersrum, wird mit der Zeit deutlicher. Ezio kommt noch (öfter) zum Zug, das kann ich versprechen. Er hat eine Menge Entwicklung vor sich (bedenke, er ist in Band 1 grade mal 20 … Jungs mit 20 … no comment XD) und seine Stärken kommen dabei auch zunehmend ans Licht, ebenso wie Leonardos Schwächen, die es noch zu entdecken gilt. Ich möchte es mal so ausdrücken, dass Ezio der Empathischere von beiden ist. Er lernt mit der Zeit (nicht von heute auf morgen), daraus seine persönlichen Vorteile zu ziehen, die seine Führungsqualitäten untermauern und reifen lassen. Menschen stürzen sich gerne auf Lobeshymnen über ‚Talente‘ wie zeichnen oder Maschinen bauen können, aber das sind Dinge, die man bei ausreichendem Interesse erlernen kann. Empathie hat man … oder nicht. ;) ----------------- Mit Slash hatte ich lange nichts am Hut. „Commilitones“ ist die erste Story, in der ich mich an eine solche Beziehung wage, und ich wollte sie von Anfang an fern des Kitschigen – und fern des gängigen Klischees, das mindestens einer der beiden zu einer empfindlichen Dramaqueen mutieren muss. Ich wollte, dass sowohl Ezio als auch Leonardo ihre Männlichkeit behalten und leben. Von Ezio habe ich die Game-Vorlage, von Leonardo die hinterlassenen Notizbücher. Das gegenseitige Necken und Blödeln gab das Spiel schon vor, und das war etwas an der Beziehung zwischen den beiden, das mir von Anfang an gefiel – und was ich auch gerne weitergeführt habe. ^^ Die Szenen, in die es nicht in die Vollen gehen muss, dafür aber viel Intimität transportiert wird, mag ich auch am liebsten. Dass gerade Band 1 mehr ausführlichere Sexszenen hat, liegt auch daran, dass es für Ezio eine neue Erfahrung ist und auch so dargestellt werden sollte. Je selbstverständlicher etwas wird, desto weniger Worte muss man darüber verlieren. Und HAHAHAHA, sorry, ich musste lachen. Ja, auf das ‚Zeichen von Schwäche‘ bei Leo haben viele gewartet, wobei die Verletzung eigentlich nichts im Vergleich zu den Schwächen ist, die er tatsächlich hat. ^^ Der Templer-Assassinen-Konflikt zieht sich wie ein rotes Tuch durch die ganze „Assassin’s Creed“-Reihe. Was mir daran gefallen hat – und was später auch noch deutlicher wird – ist das Fehlen einer klaren Schwarz-Weiß-Grenze. Es gibt auf beiden Seiten Gute und Böse – letztendlich sind alle Menschen. Und je nachdem, von wessen Warte man das Ganze betrachtet, fühlt sich jeder im Recht, mal unfair behandelt, zum Überlaufen/Verrat genötigt, endet unfreiwillig als Täter, entflieht seinen Pflichten, hat mit dem eigenen Gewissen zu kämpfen ... So wie im wahren Leben, quasi. Ich danke dir sehr herzlich für die gegebene Chance, dein Feedback und helfende wie erheiternde Worte – ich weiß es sehr zu schätzen. Ich hoffe, ich war jetzt nicht zu ausufernd mit meiner Antwort – Word meldet mir zwei Seiten und ich schlucke schon, lol. Sorry! Jetzt hole ich mir meinen Chianti aus Vinci aus dem Kühlschrank proste dir zu und wünsche dir einen wunderschönen Abend – salute! ^^



Reviewer: Helli angemeldet
Date: 11.08.19 Title: Kapitel 23: Epilog: La Duomo

In Ermangelung anderer Diskussionsmöglichkeiten poste ich das jetzt hier dazu...

Also erstmal vielen Dank für deine Antwort, die bestätigt in Hinblick auf die Einführung der Charaktere, was ich vermutete. Ich denke die beiden Seiten von Spieler und Nichtspieler lassen sich da auch schwierig zusammenbringen. Irgendwann wird man halt mal die Spiele zocken müssen, um wirklich alle Details mitzukriegen. Aber wie ich schon sagte, das kann man dann nicht vom Autor verlangen, dass er die Spielhintergründe nochmal komplett aufführt.
Aber nach deiner Antwort (Ezio --> mehr Empathie) bin ich gleich noch gespannter, wie es weitergeht und du das umsetzt (und ob ich es mitkriege ;D )

Das Konzept der Knabenliebe war mir nur aus dem antiken Griechenland bekannt, dass das in Florenz so gängig war, hatte ich bis jetzt noch nie gehört. Ich hab nicht schlecht gestaunt. Ich hatte auch überhaupt nicht daran gedacht, dass diese Geschichte in der Renaissance spielt. Da ist es dann natürlich weniger überraschend. Aber ich stehe im Allgemeinen sehr gerne und ausgiebig auf Schläuchen jeglicher Art herum... sowas checke ich dann einfach nicht :D Also Danke für die Aufklärung - wieder was gelernt.

Ich hätte nur noch eine Frage, die aber eher mit den Assassinen aus AC im Allgemeinen zu tun hat und die mir keine Ruhe lässt: hat eigentlich die Farbgebung der Gewänder eine Bedeutung? Mich verwirrt es nämlich total, dass sie die Widersacher der Templer sind, aber selbst ihre Farben tragen. Das weiße Gewand steht für die Reinheit des Bruders und der rote Farbtupfer (als Kreuz) für das Blut Christi. Wenn ich mir Altaïr oder auch Ezio ansehe dann sehen beide aus, als steckten sie in einem abgewandelten Templergewand.
Hat das einen besonderen Grund oder dient das rein zu Tarnzwecken?

Ich bedanke mich erneut!

Liebe Grüße =)

Helli

Author's Response: Huhu Helli – kein Problem, was ist die Review-Section anderes als Austauschsplattform? Wir plaudern ja auch nicht gerade über Staatsgeheimnisse. XD
Ja, das Stichwort Renaissance erklärt vieles, immerhin ist dies die Zeit der Wiederbelebung antiker Lehren, Ansichten und Ideale. Im Mittelalter war der menschliche Körper Dank des radikalen kirchlichen Einflusses (‚Wir sind alle Sünder!‘) alles andere als ein ‚Idealbild‘ zu dem er erst wieder in der Renaissance erhoben wurde, durch die Imitation griechischer und römischer Skulpturen und Studien wie Leonardos Vitruvianischen Mann, der auf römischen Proportionslehren beruht. Bewegungen wie die ‚Platonische Schule‘ kamen in Mode und damit – natürlich - auch die sexuellen Freiheiten der Antike. Italien war dabei Vorreiter (und die dort gelebte Freiheit erreichte nie ganz Europa, grade im Norden und dünn besiedelten Osteuropa blieb sie aus). Der Grund: Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen im Jahre 1453 flohen zahlreiche Menschen mit den Texten griechischer und römischer Gelehrte nach Venedig. Venedig war quasi die ‚Kolonialmacht‘, die lange Zeit über Konstantinopel herrschte, und wurde damit zum Anlaufpunkt der Flüchtlinge, die ihr altes Wissen zurück nach Europa brachten, wo es von der Kirche durch den Fall des Römischen Reiches und im Siegeszug des Christentums ausradiert worden war. Konstantinopel/Byzanz war für knapp 1000 Jahre *das* Archiv alten Wissens, und es war Europas Glück, dass dieses Wissen wieder seinen Weg zurück in seine Ursprungsgebiete fand. Der Zeitpunkt war günstig, denn durch die Pestepidemien verloren die Menschen zunehmend den eisernen Glauben an einen allmächtigen Gott (… wir brauchen dringend eine neue Renaissance, würde ich sagen, wenn ich mir so das aktuelle Weltgeschehen ansehe >.>).
Uh, ich denke schon, dass du Ezios langsame Wandlung mitbekommen wirst. Ich mag ihn übrigens sehr, auch wenn das in Teil 1 vielleicht noch nicht so ganz deutlich war. Ich habe in der AC-Reihe nur Altaïr als Einstieg (etwas zäh) und dann und die Ezio-Trilogie (große Begeisterung) gespielt. Was danach kam… es hat mich nicht mehr überzeugt. Die Charaktertiefe und der subtile Humor waren einfach nicht mehr da, immer nur ein weiterer Neuaufguss in einem weiteren Land. Da hat sich mein Interesse schnell verloren. Ich verfolge zwar die Entwicklung der Reihe, aber wirklich leidenschaftlich gespielt habe ich nur die ‚Klassiker‘. Selbst die bemerkenswerte Graphik der neuen Teile erreicht mein Herz nicht. Special-Effects und Eye-Candy sind eben doch nicht alles …
Zu deiner Frage bezüglich der Roben der Templer und Assassinen: Hochgradig interessant, das muss ich ehrlich sagen! Es gab dazu – soweit ich weiß – nie ein offizielles Statement von Ubisoft. In späteren/modernen Teilen gibt es auch keine weiß-roten Ornate mehr, weder bei Templern noch Assassinen, da sich beide dem ‚Geist der Zeit‘ angepasst haben und in einer Welt moderner Technik einfach nicht so auffällig sein dürfen, wie es im (ausgehenden) Mittelalter noch möglich war. Den Wandel dieser Optik erlebt man in den Spielen bereits bei Ezio, der am Ende seiner Laufbahn eher dunkel gekleidet ist. Was bleibt, ist die rote Schärpe, und selbst die geht über ein, zwei weitere Jahrhunderte komplett verloren. – Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster, basierend auf alle Fakten, die über das AC-Universum bisher offiziell ausgespuckt wurde: Sowohl Templer als auch Assassinen gehen auf dieselben ‚Stammeltern‘ zurück. Vertreter mit der ‚Gabe‘ gibt es auf beiden Seiten. Sie waren einst ‚Brüder‘, haben sich in ihren Ideologien aber weit voneinander entfernt. Im Spiel kam mal der Kain-und-Abel-Vergleich auf, bzw. Romulus & Remus. Ich bin mit dem Gleichnis von Cautes & Cautopates noch einen Schritt weiter gegangen, da dieses ‚Paar‘ auch die Ideologie der Templer-Assassinen-Kombination versinnbildlich: aufsteigendes/offenbartes Wissen vs. niedergedrücktes/verborgenes Wissen. Je mehr man in der AC-Reihe zurückgeht, von Ezio aus zu Altaïr und von dort aus weiter in die Zeit des Römischen Imperiums, sind Weiß+Rot zunehmend allgegenwärtige Signalfarben beider Seiten, bis sie sich zu einer ‚Urgruppe‘ vermengen, aus der alles hervorging. Mit einer konkreten Benennung dieser ‚Urgruppe‘ würde ich spoilern. Das kommt noch im Zuge weiterer Kodexseiten und langsam wachsender Erkenntnisse. Im ‚Geheimhalten‘ sind sie ja beide recht talentiert, sowohl Templer als auch Assassinen. Sogar zu ihrem eigenen Nachteil ;)
(Und woot, ich glaube, ich habe die Absätze in der Author's Response unter Kontrolle bekommen!)
Einen schönen Wochenstart wünsche ich dir und sende viele Grüße! Sev



Commilitones 2 - Deserteure by Severin Sesachar

Rated: MA (NC-17) • 1 Reviews
Summary: Eine Liste mit zehn Namen – mehr haben Ezio und Leonardo nicht, um einem neuen Komplott gegen Lorenzo de‘ Medici auf die Spur zu kommen. Inmitten politischer Machtspiele zwischen Florenz und Rom versuchen sie, Licht ins Dunkel zu bringen und ihre Heimatstadt vor dem drohenden Chaos zu bewahren. Dass Leonardos Vater Ser Piero da Vinci als Mittelsmann des Templerordens agiert und die Aufgaben der Verschwörer koordiniert, macht das Ganze nicht einfacher …
Reviewer: Helli angemeldet
Date: 02.09.19 Title: Kapitel 31: 31. Rucellai

Jetzt bin ich auch mit dem 2. Teil durch und bin hier gerade etwas erstaunt über deine Quellenliste. Das grenzt ja schon an ein Studium, was du da an Aufwand für diese Story betreibst.

Ja, wo fang ich an... ?
Vielleicht bei den Fragen, die sich auftaten.

1. Könntest du eine bestimmte Abbildung/Karte/Plan empfehlen, die es einem erleichtern könnten sich bei den geographischen Angaben zu Florenz besser zu orientieren? Manche Straßennamen und Plätze sind mir mittlerweile vom mehrmaligen Lesen vertraut, aber ich habe trotzdem selten eine Vorstellung davon wo sich die Figuren, z.B. bei Verfolgungsjagden, genau bewegen, wo welche Straße in welchen Platz übergeht, etc.
Vielleicht geht es auch nur mir so, aber ich habe immer gerne eine Karte zur Hand um einen Eindruck zu bekommen, wo die Charaktere sich gerade befinden und wo das Ganze spielt.

2. Was ist mit der Leiche passiert, die Leonardo im Keller sezieren wollte? Oder habe ich das überlesen? Fand das noch statt? Wie hat er sie entsorgt? Für die Geschichte an sich natürlich überhaupt nicht wichtig, aber irgendwie blieb mir da ein Fragezeichen.

3. Stammen die Texte der Kodexseiten so aus dem Spiel? Als ich das so las, bekam ich ja direkt Lust eine philosophische Diskussion mit Altaïr loszutreten. Auch ohne die Spiele zu spielen, könnte man eine leise Ahnung bekommen, wieso sich Templer und Assassinen gegenüberstehen bzw. man könnte den Eindruck bekommen, dass sie zwei Seiten derselben Medaille darstellen.
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Ich weiß nicht, inwieweit Leonardos Probleme mit seinem leiblichen Vater im Spiel thematisiert werden oder historischen Hintergrund haben, da kenne ich mich gar nicht aus, aber ich fand die Figur Piero sehr gut von dir skizziert und ich habe ein ziemlich genaues Bild von ihm bekommen, was mich immer wieder zwischen Verachtung und Mitgefühl schwanken ließ. Er ist schon ein verachtenswerter Kerl, der trotzdem nicht aus seiner Haut kann und doch wieder nicht so verlogen ist, dass er nicht auch selbst wüsste, was für ein feiger Hund er ist. Ich finde da ist sehr viel Menschliches in dieser Figur und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, ich würde nicht auch aussteigen und die Kurve kratzen wollen, wenn es so aussähe, als könnte ich ins Fadenkreuz geraten.


Alle Achtung... ich finde besonders die letzten 6 Kapitel hatten es ja echt in sich. Da war Spannung drin, wie man es aus Romanen kennt und die Zeilen flogen beim Lesen nur so dahin. Zwei Twists haben mir besonders gut gefallen:

1. Einmal, als das mysteriöse unbekannte Ziel plötzlich in Lorenzos eigenen Reihen auftauchte und ihm beinahe den Garaus gemacht hätte... hui, also da hab ich echt die Luft angehalten. Das hätte richtig übel ausgehen können, aber das war eine tolle Stelle.

2. Die Stelle am Schluss, an der Leonardo seinen Gegner damit überrascht und überwältigt, dass er Linkshänder ist. Das war wirklich gut platziert hier und eine geistreiche Wendung der Situation.

Ach ja und Agostino Popoleschi ist ja für mich eines der Highlights dieses Teils. Ich stelle ihn mir als diesen typischen bulligen Gardehauptmann vor, der sich durch seine Art unfreiwillig immer leicht am Rand des Komödiantischen bewegt, ohne aber lächerlich oder trottelig zu wirken. Das ist so eine Nebenfigur, die die Welt lebendiger macht und mir sehr viel Spaß beim Lesen bereitete. Dass er zwischendurch sogar selbst in Verdacht geriet, brachte mich hier natürlich zum Zähneknirschen, aber das bringt ja gleich nochmal Würze rein.
Haha, musste er am Ende tatsächlich dieses Bild kaufen und im Revier aufhängen. Überhaupt auch im letzten Kapitel das Gespräch mit Rucellai über das Bild – herrlich!

Vielen Dank für diesen spannenden, vergnüglichen Lesestoff. Ich bleibe dran. :)

Author's Response: Huhu Helli,
erst einmal einen ganz großen und herzlichen Dank an dich! Mein Montag hat so furchtbar angefangen und war bis zu den Abendstunden eine echte Katastrophe. Da war dein Review jetzt ein echter Lichtblick und Energieschub! ^^
Die Quellenangaben waren bei Band 2 und 3 ziemlich umfangreich, da viel historischer Bezug in beiden Geschichten steckt und ich mich reinknien musste, damit auch alles nahtlos ineinander greift – Realität und AC-Universum. Viele meiner Quellen kann ich nicht mal angeben, da sie nicht aus Büchern oder anderen Medien stammen – die wahre Liste ist also noch bedeutend länger. *hüstel*
1. Oh, du bist die Erste, die nach einer Karte fragt, und über dieses Interesse freue ich mich wie ein Schnitzel! Natürlich gibt es eine. Diese hier habe ich mir extra zu Teil 2 zurechtgeschustert. Das Original stammt aus der GEO Epoche. Die Palio-Strecke wie auch die Örtlichkeiten der Attentatsziele sind da alle drauf, aus Leonardos Bottega und das La Rosa Colta: https://www.bilder-upload.eu/upload/3c80d1-1567444199.jpg
Die Links von diesem Host verfallen zwar nach ca. 4 Monaten, wie ich festgestellt habe, aber für ein Sharing reicht das ja (nein, es geht nicht nur dir so – ich liebe Karten über alles; es ist nur leider schwer, die mit in die Storys zu packen). ^^
2. Was mit der Leiche passiert ist: Leonardo hat sie seziert. Ich wollte diese Szene anfangs auch wirklich mit reinnehmen, aber sie hat ein bisschen den Drive aus der Story genommen, weshalb ich sie dann doch weggelassen habe. Was Sezieren bei Leonardo im Detail bedeutet, darauf komme ich aber noch zu sprechen. Einfach nur mal aufschneiden und Reingucken … nope. Ein Blick auf seine anatomischen Zeichnungen verrät, wie weit er da gegangen ist (und wie akribisch er alles zeichnerisch zu Papier gebracht hat). Anlass für eine solche Szene wird es noch geben, wenn auch erst einige Jahre später, wenn er vor Publikum Leichen aufschnippelt.
3. Ja, die Kodeseiten Altaïrs stammen aus dem Spiel. Um sie einsehen zu können, muss man sich durch die Datenbank klicken, dort sind sie für jeden interessierten Spieler hinterlegt. Für Commilitones habe ich diesen Kodex sogar noch um einige weitere Seiten erweitert, die kommen aber erst ab Band 5 zum Tragen. Alle aus Band 1-4 sind Originale/Ausschnitte aus den Spielvorgaben. Ich wollte den Stil nicht verfälschen (persönlich hätte ich manches umformuliert/anders ausgedrückt). Andererseits fand ich es auch reizvoll, so einen kleinen Stilbruch drin zu haben, umso deutlicher erschien es mir, dass dieser Kodex aus der Feder eines ‚Fremden‘ stammt. – Deine Mutmaßung über die „zwei Seiten derselben Medaille“ geht jedenfalls ganz in die richtige Richtung. ;)
Zu den weiteren Chars: Leonardos Vater wird im Spiel überhaupt nicht thematisiert. Was ich über ihn weiß, habe ich aus Leonardos Aufzeichnungen und historischen Recherchen rausgezogen. Er war ein ziemlicher Rumtreiber, viermal verheiratet, hat fleißig Nachkommen produziert und war in Florenz auch als ziemlicher Schürzenjäger verschrien, was nahe legt, dass er seinen Ehefrauen wohl auch nicht besonders treu war. Nach der Saltarelli-Affäre kam es auch im RL zu einem Bruch zwischen ihm und Leonardo. Wie es sich zwischen den beiden weiterentwickelt, will ich allerdings nicht vorwegnehmen. :) – Übrigens ist Leonardos komplette Familie kein Thema in den „Assassin’s Creed“-Spielen, darum liegt in den ersten Commilitones-Bänden auch der Fokus mehr auf ihr. Ich wollte Leonardo vor allem als Mensch und nicht als ‚Universalgenie‘ darstellen. Als etwas Greifbares. Und Familienverhältnisse verraten da einfach so viel mehr als Gemälde.
Die letzten Kapitel haben mir damals beim Schreiben irrsinnig Spaß gemacht – und die sind auch in einem Rutsch heruntergeschrieben worden. Die Story aufbauen und alle Hinweise streuen, das dauert immer Wochen oder Monate. Den Höhepunkt zu schreiben… eine Sache von wenigen Tagen. Dann läuft alles zusammen und man ist voll im Fluss. ^^
Twist 1: Ha, die Stelle ist aufgegangen! Das freut mich sehr! XD
Twist 2: Ich gestehe, dass ich auf eine Stelle gelauert habe, an der ich diesen Linkshändervorteil mal ganz präsent einbauen konnte. Tatsächlich haben Linkshänder im direkten Kampf Mann gegen Mann Vorteile. Ihre Angriffe sind für Rechtshänder nicht so leicht vorauszusehen/zu kontern. Auch der Bau von Wehranlagen konzentriert sich auf Rechtshänder. Wenn du mal in einer alten Burg umherspazierst und in den Bergfried hinaufsteigst, achte mal auf die Windung der Treppe. Die verläuft immer nach rechts, sodass ein schwertschwingender Angreifer beim Stürmen des Turms nie seine Waffe kampfbereit hochheben kann. Da ist ihm das Treppengewinde im Weg. Die Verteidiger, die von oben angreifen, haben dagegen die breite/offene Seite zu ihrer Rechten und damit einen Vorteil … außer, es kommen Linkshänder ins Spiel, dann wird’s spannend. ^^
Und mein Brummbär Popoleschi. Dass er bisher ausnahmslos gut ankommt, freut mich sehr – denn er stammt auch nicht aus den Spielen, sondern ist ein OC. Und ja, genau das ist er: bullig und manchmal unfreiwillig komisch aufgrund seiner bärbeißigen Art. Auch er bleibt der Story erhalten – er hat ja auch noch viel zu tun mit diesen aufsässigen Assassinen. jetzt mehr denn je. ;)
Dass Popoleschi am Ende das Bild gekauft hat, war quasi meine an die Story gebundene Erklärung, warum Leonardo diese Auftragsarbeit nie beendet hat. Wieso er es tatsächlich unterlassen hat … niemand weiß es. Da fand ich es einfach spaßig, eine ‚what if…‘-Lösung zu bieten.
Was bleibt mir am Schluss zu sagen, außer ‚Sie kommen alle wieder‘, egal ob Popoleschi, Rucellai oder Ser Piero? Zu erzählen gibt es ja noch mehr als genug. Und natürlich hoffe ich, dass du dich weiterhin so gut unterhalten fühlen kannst. Was Schöneres kann sich ein Schreiberling ja nicht wünschen. ^^
Einen schönen Abend und viele Grüße
Sev