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03.05.19
Hessen



EINE FABEL
Ein Blatt Papier, das zusammen mit anderen, ihm ähnlichen Blättern auf einem Schreibtisch lag, sah sich eines Tages mit Zeichen bedeckt. Eine Feder, in schwärzester Tinte gebadet, hatte es mit vielen Worten und Zeichen übersät.
"Konntest du mir diese Erniedrigung nicht ersparen?", sagte das Blatt erzürnt zur Tinte. "Du hast mich besudelt mit deiner höllischen Schwärze und für immer ruiniert!"
"Warte ab", antwortete ihm die Tinte. "Ich habe dich nicht besudelt, sondern dich mit Sinnbildern versehen. Jetzt bist du kein Blatt Papier mehr, sondern eine Botschaft. Du bewahrst den Gedanken des Menschen und bist damit ein kostbares Instrument geworden."
Und in der Tat: Bald darauf machte jemand Ordnung auf dem Schreibtisch, sah die verstreuten Blätter und wollte sie ins Feuer werfen. Unversehen kam ihm das "besudelte" Blatt in die Hand, und er schied es von den anderen und legte es zurück an seinen Platz, weil es unübersehbar die Botschaft der menschlichen Intelligenz trug.


Leonardo da Vinci (1452 - 1519)


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Reviews von Severin Sesachar


Jeremias Tiller und die Fesseln der Zeit by BlueScullyZ

Rated: K (G) • 6 Reviews
Summary: Hogwarts, die Schule für Hexerei und Zauberei, beherbergt jedes Jahr über zweihundert Schüler. Auch, wenn sich nur die wenigsten von ihnen mit Lord Voldemort messen müssen, der zu Beginn des Schuljahres 1990/91 nur eine düstere Erinnerung ist, ist der Schulbesuch auch für manch anderen eine große Herausforderung. So setzt sich Jeremias Tiller zu Beginn seines ersten Schuljahres, entgegen jeder Vernunft, ein Ziel: Er will einen der schwierigsten Berufe der Zaubererwelt meistern - in nur einem Jahr. Weder Naivität noch Arroganz verleiten ihn zu seinem Plan, sondern eine schlichte und schreckliche Erkenntnis: Mehr Zeit bleibt ihnen nicht.
Reviewer: Severin Sesachar angemeldet
Date: 22.05.19 Title: Kapitel 1: Prolog

Nun musste ich doch auch mal bei dir reinschnuppern - und es ist die erste HP-Story, die ich seit Jahren lese. Nach der Masse an, erm, nicht mal ansatzweise jugendfreien Phantasien, die sich inzwischen in sämtliche Archive ergossen hat, habe ich das Interesse an dem Fandom ziemlich verloren. Gefahr zu laufen, dass irgendwelche Halberwachsene der Reihe nach miteinander ins bett geworfen werden, um ihre magischen Fähigkeiten auf "besonderem Terrain" zu erproben, habe ich bei dir ja augenscheinlich nicht. :D

Du beginnst mit ewas, was ich mag und was für mich immer den Reiz von Harry Potter ausgemacht hat: neuen magischen Spielereien im Alltag, die skurril und lustig sind: Schokoschwimmer! Uh, ich liebe die Idee, ich möchte auch ein eigenwilliges Zappeltier in meinem Milchglas, das sich von selbst auflöst, um schokoladig lecker zu werden. Omnomnom! Auch die Anmerkung, dass sich die Tiere unterschiedlich verhalten, die Flucht ergreifen, ihr Schokoladenfell aufstellen, etc. gefällt mir sehr, das macht die Idee umso bildhafter und amüsanter. :D

Eine Stelle, die mich beim lesen ins Stolpern gebracht hat, ist diese:
"Mit hämischem Grinsen hielt er dem Kleineren seine Errungenschaft feixend vor die Nase."
Ein hämisches Grinsen ist doch bereits ein Feixen, insofern wäre die Formulierung hier - umgangssprachlich ausgedrückt - doppelt-gemoppelt? Ein fieser Bruder istd as allemal. Andererseits ... wer will schon seinen Kappa teilen? Das hätte ja fast etwas schon (Schokoladen)Tierquälerei. :D

Author's Response: Nein, diese Gefahr läufst du bei mir tatsächlich nicht! xD Ich habe als Schreiberling ein sehr distanziertes Verhältnis zu derlei Szenen und Elfjährige würde ich da schon von Rechtswegen nicht da reinschubsen. Zudem hast du vollkommen Recht: Davon ist das Fandom schon voll genug.

Oh, an den Schokoschwimmern hatte ich meine helle Freude und ich freu mir jedes Mal einen Keks, wenn ich mit dieser Freude Leser anstecken kann. Übrigens kann man ganz einfach feste Ganach herstellen, die in "Fisch"-Form auf ein Blech bringen und trocknen lassen. Die kann man dann in heiße Milch schmeißen und sie lösen sich (fast) wie die Schwimmer auf :D

Die betreffende Stelle ist in der Tat etwas holprig, danke für den Hinweis. Es zeigt, dass man mit Überarbeiten wirklich niemals fertig wird :3
Allerdings muss ich wiedersprechen, dass der große Bruder fies wäre. Aus der Sicht des Jüngeren in dem Augenblick sicherlich, aber insgesamt sind die zwei einfach ganz normale Geschwister inkl geschwisterlicher Frotzleien ;)

Übrigens danke für deinen Zuspruch bezüglich des Forums. Eigentlich hätte man meinen können, nach neun Jahren fiele mir der Weggang schwer, aber leider ist dem nicht so und Hobbyfrust sollte man keine Chance geben. Vor allem nicht, wenn es Alternativen gibt :)



Reviewer: Severin Sesachar angemeldet
Date: 22.05.19 Title: Kapitel 2: Kapitel 1: Der Beginn einer Reise

Uh, was für eine Konstellation! Der introvertierte Jeremias, das Plappermaul Porta (ihre Klamotten … die dahinter steckende Absicht… das arme Mädel, lol), die versnobbte Edwana und der Junge mit der auffälligen Ähnlichkeit zu seinem Haustier. Also Wade Keaton. Keaton Wade. Er hat mir richtig leid getan, so überfordert, wie er war. Bei den beiden Mädels … kein Wunder.

»Ist doch völlig egal, wie lang sein Stab ...!« Verlegen räusperte sie sich: »... sein Zauberstab ist.«
ROFL!!! Wenn das mal kein herrlich zweideutliger Versprecher war. ^.^

Was ich persönlich ein bisschen schade finde, ist dass Jeremias kaum ins Zentrum des Interesses gerückt wird, denn er ist viel zu oft „der Junge am Fenster“. Vielleicht etwas öfter seinen Namen nennen? Er ist ja der Protagonist, da darf/soll er ruhig präsent sein. :)

Dezenter Neid an dieser Stelle: eine Norwegische Waldkatze als Haustier! Wunderschöne Tiere sind das. Und Len scheint mir ja eine ganz coole Socke zu sein – ein sanfter Riese eben.

Sehr schön auch das Einbinden der Weasley-Zwillinge, Percy (selbst ohne Nennung seines Namens wäre es so offensichtlich gewesen, dass es sich um Percy handelt) und Oliver Wood. Das schafft Nähe zum Original und macht neugierig, in welchem Verhältnis Jeremias später zu den bereits bekannten Figuren des Canons stehen wird.

Abschließend frage ich mich, was es mit Nicolas auf sich hat. Im Prolog war er also der ältere Bruder, der Jeremias den Schokokappa weggeschnappt hat, richtig? Wieso ist er nun verschwunden, und wohin? Alle flüstern, tun ernst, sind nachsichtig mit Jeremias. Da schleichen sich vergleiche mit Harry ein, der auch ständig von anderen gemustert und beobachtet wird, so dass es einfach nur unangenehm ist. Nicolas Tiller … verschwunden. Ob man bald erfährt, unter welchen Umständen das geschehen ist?

Author's Response: Mensch, gleich zwei Reviews und dann hab ich gestern nicht antworten können. Ja, das ist schon eine ziemlich bunte Truppe. Dass sich gleich im ersten Rutsch alles passend findet, fand ich irgendwie unpassend - und bot auch viel zu wenig Stoff für Gespräche. Das waren wohl die Grundgedanken, die dieser Konstellation zugrunde lagen.
Gerade diese Unbeholfenheit hat mir großen Spaß bereitet und ich finds immer wieder schön, wenn es Lesern auch so geht. Aber ja, ein wenig Mitleid hatte ich auch. Sowohl mit Keaton (der sich einen zurechtstammelt) als auch mit Portia (wegen ihrer Anziehsachen).

Was du ansprichst, die Distanz zu Jeremias und dass er so unscheinbar hier auftritt, kann ich gut nachvollziehen und die Idee, noch öfter den Namen zu nennen, werde ich wohl auch umsetzen. Zwar ist es zum Teil auch Absicht, dass der Leser hier noch einen gewissen Abstand hat, weil ich weiß, dass einige auch anfangs Probleme mit seinem etwas abweisendem Verhalten haben und ich die Distanz verringere, wenn ich die Beweggründe aufdecke (in den nächsten beiden Kapiteln, ich spanne diesmal also niemanden jahrelang auf die Folter), aber zu extrem soll es eben auch nicht sein. Danke für den Hinweis. (In der ersten Version habe ich mich da übrigens in Synonymen noch und nöcher ergangen und das im Laufe der Überarbeitung immer weiter entschärft ^^'')

Was Len betrifft: Ja, er ist eine coole Socke und ein bisschen neidisch bin ich da auch, auch wenn ich eher ein Hundemensch bin. Zwar bin ich ebenfalls kein Freund von besonders specialigen Haustieren wie Tigern oder Drachen (alles schon gelesen, daher Keatons Seitenhieb, er hätte zwar gerne einen Adler oder so gehabt), aber das fand ich dann noch vertretbar (und es bietet so schöne Gelegenheiten wie die Fensterspiegelszene).

Dass die Originalcharaktere originalgetreu rüberkommen, freut mich natürlich ungemein. Gerade bei geliehenem "Material" ist das immer unglaublich spannend, weil ja die Interpretation der Figuren bei manchem Leser teilweise etwas anders ist. Was den Bezug zu den Canonfiguren angeht, darfst du gespannt sein :3

Deine Vermutung, dass Nicolas der ältere Junge aus dem Prolog war, ist vollkommen richtig. Und was es mit ihm auf sich hat, erfährt man in den nächsten beiden Kapiteln. Normalerweise neige ich dazu, Geheimnisse sehr lange zu strecken, aber hier war es mir wichtig, damit der Leser überhaupt eine Chance hat, Verständnis für Jeremias' Verhalten entgegen zu bringen. Hätte ich da ein Staatsgeheimnis draus gemacht, wäre jeglicher Vertrauensvorschuss vermutlich recht schnell aufgebraucht gewesen. Zudem habe ich ja noch andere Mysterien, mit denen ich mich beschäftigen konnte ^-^



Reviewer: Severin Sesachar angemeldet
Date: 23.05.19 Title: Kapitel 3: Kapitel 2: Die Weisheit des Weins

Bevor ich mich in meine Korrekturen stürze, noch ein Kapitelhäppchen – na dann mal los! Ein bisschen Info zu Nicolas soll ja kommen, und da bin ich gespannt. ^.^

Mias. Ich kam noch nie davor darauf, Jeremias abzukürzen, aber das passt! Wobei ich gerade überlege … wäre Jeremias einer jener Namen in HP, die unter die „Zwangseindeutschung“ fallen wie Rita Kimmkorn? Auf Englisch würde er wohl Jeremiah heißen, oder?

Ob man unter speziellen Umständen ein Jahr verspätet eingeschult werden kann? Ich erinnere mich gerade an die wahre Briefflut bei Harry damals. Das war ja quasi der reinste Zwang, ein „Du musst nach Hogwarts kommen, denn du bist jetzt elf, ein Zauberer und das ist Tradition.“ Ich bemerke gerade, dass Rowling da etwas (einiges!) im siebten Band versäumt hat, denn in diesem waren Harry und Co. ja nicht in der Schule, um ihr Abschlussjahr zu bestreiten. Wie sahen die Regeln nach dem Fall Voldemorts aus? Haben hernach alle Schüler noch mal ein Jahr wiederholen müssen? An Bildung fehlte ihnen da ja allen etwas … uh, zu viele Fragen, die weit über das Ziel hinausschießen. Sorry… zurück zur Story! XD

»Gut. Dann besorgen wir dir jetzt mindestens einen eigenen Zauberstab«, erklärte er, ehe er sich erhob.
Diese Stelle hätte ich anders ausgedrückt, etwa „Gut, dann besorgen wir dir nun/jetzt/erst mal deinen Zauberstab.“ Das „mindestens“ klingt nach „Einen musst du mindestens haben, aber wir können auch zwei, drei, vier … kaufen.“ Ich weiß schon, was du ausdrücken möchtest – Carter möchte Jeremias dazu bewegen, wenigstens diese eine Besorgung mitzumachen, obwohl sich der Junge ansonsten sehr gegen das Prozedere sträubt. Aber etwas verwirrend liest es sich zuerst dennoch. ^.^

Auch das hier hat mich verwirrt: Carter Tiller ist der Vormund … also gar nicht sein wahrer Vater? Ein Adoptivvater oder Verwandter, der Jeremias angenommen hat? Oh … doch sein Vater … Das sind dann doch zu viele unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dieselbe Person (wobei ich „Vormund“ sehr förmlich und eben als „rechtlich eingesetzter, aber biologisch nicht zwingend verwandter Erziehungsberechtigter“ verstehe). Ist das noch ein Überbleibsel der von dir angesprochenen Synonymherde? XD

«Er war absolut unbegeistert, nickte jedoch widerwillig.»
Wieder ein Bedeutungsdoppler (zumal es das Wort „unbegeistert“ nicht gibt, es müsste „nicht begeistert“ heißen – mein Vorschlag wäre „Er wirkte widerwillig, nickte (dann) aber (ergeben)“.

Genug der Beanstandungen, Zeit für Ollivander! Wie ich seinen Laden liebe. Er war von Anfang an mein Lieblingsladen der Winkelgasse, so herrlich uhrig und verschroben, geheimnisvoll, aber gemütlich. Diese Atmosphäre fängst du gut ein, auch die „Ungreifbarkeit“ Ollivanders selbst, der weder freundlich noch abweisend wirkt, aber einfach fasziniert.

Der Abstand der Sorgenfalten auf der Stirn … lol, dieses kleine Detail beim Vermessen gefiel mir sehr, da es zeigt, dass es auf sehr viel mehr als auf Äußerlichkeiten ankommt und das gefühlte Innere eine sehr große Rolle bei der Zauberstabwahl spielt – hier wohl eindeutig die Skepsis von Jeremias. Auch das salutierende Maßband hat mich erheitert. XD

»Nun, bei diesen Exemplaren kann man sich nie ganz sicher sein. Versuchen Sie es einmal«, sprach Mister Ollivander und übergab den Stecken Jeremias, der das Werkzeug kritisch betrachtete.
Hier muss ich noch mal meckern – verzeih’s mir. ^.^ Dass man Namen Synonyme gibt, bin ich mehr oder weniger gewöhnt, aber auch Gegenständen? Der Zauberstab wird zum Holzstück, Stecken und Werkzeug – vor allem letzteres ist irreführend, da du auch das Maßband Werkzeug genannt hast. Das führt dazu, dass genau das eintritt, was du vermeiden möchtest: Wortwiederholung UND Konfusion beim Leser, wenn er die Sätze genauer betrachtet. Ich würde mich auf ein, maximal zwei feste Synonyme für eine Sache festlegen und nicht für jeden Gegenstand alle theoretisch möglichen Synonyme durchgehen, sodass man am Ende gar nicht mehr weiß, wovon die Rede ist. Hab keine Angst vor Kontinuität, sie ist nicht unelegant – sie ist klar und vermeidet das Stolpern beim Lesen. Ich hab’s mir auch antrainieren müssen, da ich geglaubt habe, dass Wortwiederholungen dumm klingen, ind er Schule wird man da ja genormt. Aber nachdem einige Autoren mit dem sprichwörtlichen Gummihammer auf mich eingeklopft und mir anhand von Beispielen gezeigt haben, dass es gar nicht schlimm ist, wenn ein Tisch ein Tisch und ein Zauberstab eben ein Zauberstab bleibt, erkenne ich die Nachteile der Synonymwut selbst – sie entfremdet, wenn man sich ihrer zu oft bedient. Bei meinen Potter-Geschichten hab ich die damals auch noch häufiger genutzt als heute, das ist mir beim Upload mehrmals aufgefallen. >.>

Uh, die Zauberstabsuche bei Jeremias erweist sich ja als echte Herausforderung. Wie sehr sich die Hölzchen gegen ihn sträuben, und das ganz individuell. Interessant, dieser Stab, der eine sofortige Wirkung zeigt, den Ollivander Jeremias aber wieder abnimmt. Der macht’s ja spannend – verrät nicht mal, was das war, der alte Geheimniskärmer! XD

Und bitte verzeih es mir, wenn ich noch mal auf die Synonyme zu sprechen komme, aber hier ist einfach ein herrliches Beispiel dafür, dass sie keine Wortwiederholung vermieden haben:
«Überrascht hob Jeremias den Kopf. Unweigerlich begegnete er den grauen, wachen Augen des Mannes. Abermals hatte es ihm die Sprache verschlagen. Wusste der alte Mann, was er da sagte?»
Zweimal „alter Mann“ … wie wäre es mit Ollivander stattdessen? ^.^

Woher Carter weiß, dass Quirrel im Folgejahr aufhören wird? Hab ich da was aus Band 1 vergessen? Stand da auch schon fest, dass Quirrel sein letztes Jahr an Hogwarts haben sollte? Jeremias kommt ja ein Jahr vor Harry nach Hogwarts, demnach fehlt dann ja da noch der auf Verteidigung gegen die Dunkle Künste lastende Fluch, dass jedes Jahr der Lehrer wechseln muss? Korrigiere mich, wenn ich mich täusche, aber bestand dieser Fluch nicht schon vor Harrys Einschulung, was bedeuten würde, dass Quirrel noch gar nicht in Hogwarts ist und Jeremias ins einem ersten Jahr einen anderen Lehrer für VgdDK haben müsste?

Aaah, da ist es! Nicolas ist verflucht. Mit der Antwort hast du aber wirklich auf dich warten lassen. :D

Und die Schokoschwimmer. N’awww! Das war ein süßes Geschenk, bzw. ein schöner Bogen zum Prolog. Und wie sie das innere Eis schmelzen. Eine kleine Gabe mit großer Wirkung. Schön!
Und da deckt ihn ein Schokobiber noch mit einem Taschentuch zu – ein mitfühlendes Schokotier, dass doch irgendwann schmilzt/gegessen wird. Ja, das ist magisch. Das ist ein Harry Potter-Moment mit Emotion. So was feiere ich! :D

Author's Response: Hehe, da freu ich mich ;-) Aber auch viel Erfolg bei deinen Korrekturen.

Im Grunde hast du Recht, wobei Jeremias im englischsprachigen Raum zwar weniger verbreitet, aber doch verwendet wird. Nur hört sich das Englisch "Mias" (Maias) nicht so passend an wie das deutsche "Mias", aber das habe ich tatsächlich unter den Tisch fallen lassen, da die andere Abkürzung (Jerry) mir nicht in den Kram passte, das gebe ich jetzt mal ganz offen zu. Übrigens hätte Jeremiah im Deutschen auch funktioniert, auch wenn der Name hier ebenfalls weniger geläufig ist. Es ist so oder so ein recht seltener Name, aber er ... gefiel mir, weshalb ich mir diese kleine Sünde erlaubt habe.

Ich denke schon, dass man unter diesen Umständen die Einschulung hätte verschieben können. Ich denke auch, dass Harry nicht deshalb mit Briefen überrollt wurde, weil er gedachte, nicht nach Hogwarts zu gehen, sondern weil ihn (persönlich) die Briefe nicht erreicht haben. Sie landeten ja bei Vernon, im Karmin, aber nie bei Harry, weshalb er eben immer neue Briefe bekam, bis endlich einer zugestellt werden konnte. Es ist also vermutlich weniger der Zwang, auf die Schule zu gehen, als dass jeder Schüler die Information und damit die Chance erhalten soll, Kontakt aufzunehmen.
Aber ja, hinsichtlich Bildung blieben in dem Original EINIGE Fragen offen. Das hat mich auch ein paar graue Haare gekostet. Aber die Herausforderung hat auch Spaß gemacht.

Oh, da hast du einen schönen Satz rausgesucht. Das sind so Sätze, die, in meinem Kopf total plausibel klingen, aber eben, weil ich sie speziell betone. Ich kann mich aber nicht darauf verlassen, dass der Leser sie ebenso liest wie ich, deshalb ... das Mindestens sollte ich mindestens (xD) durch ein wenigstens ersetzen, um dieses Missverständnis zu umgehen. (Manchmal denke ich mir, dass Hörbücher leichter wären, bis mir dann einfällt, dass ich meine eigene Stimme nicht mag.)

Der Vormund sollte eigentlich gar nicht mehr drin sein und zu den Synonymen allgemein: Ja, du hast Recht. In jedem der von dir gezeigten Fälle. Du hast einfach uneingeschränkt Recht und ich muss da mal beigehen und die ganzen Exotensynonyme (Stecken und Vormund zuerst) gnadenlos streichen. Mal kann man sie gebrauchen, aber wenn da mehr als zwei im Text vorkommen, wirkt es einfach aufgesetzt und gestelzt. Ich hab zwei Betaleser, die da sehr drauf gedrillt sind, mir jede Dopplung aufzuzeigen und ich muss da endlich mal das Rückgrat entwickeln, die bunten Kleckse dann schlichtweg mit breitem Kreuz hinzunehmen, statt mich irgendwie kreativ drumrum zu winden. Danke für den Stubser in die richtige Richtung.

Oh ja, Ollivanders "Ungreifbarkeit" (schöne Umschreibung!), die finde ich auch jedes Mal ... Er wirkt weder sympathisch noch unsympathisch und er hat auch nicht den Anspruch, es zu sein, sondern hat sich ganz und gar seiner Sache verschrieben, für die er lebt. Machte es etwas schwierig, ihn so zu schreiben, aber dass mir das gelungen ist, macht mich natürlich etwas stolz.
Die Sorgenfalten mussten sein, die kamen mir allerdings spontan beim Schreiben in den Sinn. Es passte einfach so gut zu Jeremias und zur Versinnbildlichung. Genauso wie ich mich nicht dagegen erwehren konnte, die verschiedenen Hölzer und Kerne durchzuexerzieren. Bei der Recherche kamen mir so viele Ideen, welche Stäbe fast oder überhaupt nicht passen könnten, dass ich es viel zu schade fand, als es nicht irgendwie einfließen zu lassen. Bin froh, dass es dir nicht zu langatmig war, sondern dich erheitert hat.

Bei der Auflösung habe ich versucht, es zwar schnell zur Sprache zu bringen, aber eben auch zu einem Moment, in dem es für Jeremias passt. Er wehrt sich gedanklich ja sehr gegen das, was da passiert, ist noch ganz am Anfang seines Trauerprozesses, entsprechend verdrängt er es viel, obwohl er an fast nichts anderes denkt. Da fand ich es passend, dass er, als er seinen Plan fasst, den Mut findet, die Sache beim Namen zu ... denken. Er tastet sich da gedanklich immer mehr hin, daher ... brauchte ich auch zwei Kapitel dafür, um die Hintergründe zu beleuchten.

Es freut mich gerade wie ein kleines Kind, dass du den Rückbezug zum Prolog und den Gedanken dahinter entdeckt hast. Hier nehmen die Schokoschwimmer quasi die Rolle von deinem Ron ein. Also, nein, Ron ist bei dir schon deutlich wichtiger als meine Schokoschwimmer, aber sie dienen zum Auflockern und sie dienen eben als Erinnerung an das gute, familäre Gefühl aus dem Prolog, weshalb er mir (ausnahmsweise) sehr wichtig war. Das Thema ist eben recht düster und bedrückend, da brauchte ich dieses Gegengewicht ganz dringend.

Ich schau mal, ob ich heute Abend evtl. sogar dazu komme, die Synonyme für die nächsten Kapitel zu begradigen, damit du da nicht noch fünfmal drüber fällst ;-) Danke dir auf jeden Fall für die tolle Rückmeldung!



Reviewer: Severin Sesachar angemeldet
Date: 24.05.19 Title: Kapitel 4: Kapitel 3: Ein guter Tag

Uh ja, das Diskutieren über Wirtschaft und Politik kann Kinder nur er ermüden. Mir geht es sogar bis heute so. Ich bin ganz bei den Brüdern. Lieber schlecht erzogene Haustiere als Transportverordnungen! XD

Ah, Carter Tiller ist also ein - *räusper* - Man in Black, der unerwünschte Zeugen magischer Vorgänge mal schnell blitzdingst, bevor abstruse Nachrichten in der Muggelwelt die Runde machen? Das sind ja spannende Berufe, zusammen mit Tante Margaret und ihrem Erziehungsauftrag für Tierwesen. ^.^

Onkel Max ist mir sympathisch – Muggel, die in die magische Welt hineingezogen wurden und sich mit dem neuen Leben arrangieren, gefallen mir irgendwie immer sehr gut, und die Konstellation von Margret und Max erinnert mich an das Pärchen aus „Phantastische Tierwesen“ (Jakob Kowalski und … wie sie hieß, habe ich vergessen, mea culpa). Sie selbstbewusst und bestimmend, er so ein bisschen ungelenk erscheinend, aber eben einfach empathisch und liebenswert.

Mir gefällt der Garten! Für Patienten, die sonst den ganzen Tag an ihre Zimmer gefesselt sind, ist so ein Abstecher ins Grüne wie Medizin. Und so, wie es geschildert wird, scheint der Garten wirklich weitläufig zu sein. Sogar ein Wald findet darin Platz. Schöne Idee!

Was ich ein bisschen vermisse, ist ein größerer Fokus auf Nicolas und sein Leiden. Wir haben ihn am Tisch sitzen, so gelangweilt wie Jeremias auch, das Wettrennen, das Ballspiel, und die ganze Zeit fragt man sich – obwohl erwähnt wird, dass er außer Puste und geschwächt ist – was er denn nun eigentlich hat, dass er nicht nach Hause oder gar nach Hogwarts darf. Seine Mobilität ist kaum eingeschränkt (er fängt den magischen Ball sogar mit einem Hechtsprung!), sein Bewusstsein auch nicht. Er hört zu, er spricht, er reagiert auf alles. Als Leser frage ich mich zwei Drittel des Kapitels hindurch ernsthaft, was seinen Aufenthalt im St. Mungos rechtfertigen soll, erst recht nachdem Jeremias in den vorangegangenen Kapiteln so traumatisiert auf Nicolas‘ Schicksal reagiert hat. In Anbetracht der Szenen, die ich hier jetzt lese, erscheint es mir als noch immer uneingeweihter Leser übertrieben und nicht nachvollziehbar. Vielleicht solltest du zuerst auf Nicolas eingehen und sagen, er habe heute einen guten Tag, aber normalerweise sei es so und so, bevor du auf Tante und Onkel zu sprechen kommst. Die lange Ausführung über die beiden, wenn auch sympathisch, reißen da irgendwie raus, bzw. verschieben den Fokus sehr (zu Nicolas‘ Nachteil).

Dann der Moment, in dem die Sorglosigkeit des Spiels zerbricht – an einer Stelle, an der man gar nicht mehr damit rechnet. Bei der Schilderung muss ich spontan an einen epileptischen Anfall denken. Die Szene ist dramatisch, aber aufgrund der oben geschilderten Verwirrung durch das Ablenken von Nicolas und dem zuerst lange andauernden Fokus auf Tante/Onkel, Gespräch und Ballspiel wirkt es nicht ganz überzeugend. Vielleicht vermisse ich einfach die Sorge der Familie, die aus Erfahrung weiß, wie unvermittelt der gute Zustand zerbrechen kann. Das zu erwähnen, wäre unheimlich hilfreich für die Emotion des Lesers – auch, um diesem klar mitzuteilen, dass der momentane Zustand der Normalität fast schon etwas Seltenes und daher Kostbares ist und die Jungen deshalb geneigt sind, ihn auszunutzen – daher ihr spielerischer Übermut?

Was ich wiederum sehr schön und passend finde, ist Jeremias sich wandelnde Wahrnehmung. Der Garten, der eben noch so schön war, verwandelt sich in eine Illusion, womit auch das Spiel mit Nicolas zu einer solchen wird. Einem Truggespenst, das ihm vorgegaukelt hat, was so eben nicht der Wahrheit entspricht. Das Herausreißen aus der Realität war kurz, das Ende bitter. Es schmerzt Jeremias. Und das überzeugt. Seine Angst, dass „Spaß haben“ der Grund für Nicolas‘ Anfall gewesen sein könnte, dazu noch der Vorwurf an sich selbst, hilflos zu sein, ist natürlich besonders schlimm.

Was nun noch fehlt, ist der Unfall. WAS hat dazu geführt, dass Nicolas diese Anfälle in steigender Tendenz und Vehemenz erleiden muss? Was ist wann passiert? Es sei lange her… aber die Heftigkeit der Anfälle erst Teil der Gegenwart. Woher weiß man, dass diese Anfälle mit dem ominösen Unfall zusammenhängen? Fragen über Fragen. Vielleicht langsam zu viele. Wenigstens ein kurzer Anriss zu Beginn des Kapitels, als sich die beiden Jungen gegenübersitzen, sich nicht am langweiligen Wirtschaftsgespräch beteiligen, Jeremias aber seinen Gedanken nachhängt?

Die Uhr als Mahnmal am Ende des Kapitels ist ein gelungener Kunstgriff. Die Zeit drängt. Und viel zu viel Last liegt auf den Schultern eines gerade einmal elfjährigen Jungen … armer Jeremias. :/

Author's Response: Inzwischen diskutiere ich sogar sehr gern darüber, aber es kommt auch immer ein wenig aufs Thema an und als Kind fand ich solche Dinge auch immer sehr unspektakulär und hätte jederzeit die Anekdote vorgezogen.

Was die Berufswahl angeht, hab ich mich ein wenig ausgetobt, ja, wobei ich da schon etwas Kirschenpickerei betrieben habe. Da hab ich mir schon die spannenderen Dinge rausgesucht. Hätte Carter auch zu einem einfachen Ministerialbeamten oder Verkäufer machen können, aber da Vergissmichs auch so selten vorkommen, hab ich meinen Gefallen an der Idee gefunden - und Margret ist wohl der Tatsache geschuldet, dass ich zu Beginn der Geschichte sehr viel in Hundeschulen unterwegs gewesen bin. Freut mich sehr, dass es dir gefällt :D
Und auch, dass dir Max sympatisch ist! Die manchmal etwas zu bestimmende Dame brauchte diesen Gegenpol, fand ich und mir gefällt der Gegensatz auch sehr.

Wo man in einem magischen Setting, dachte ich mir, kann man die Magie doch auch mal für sinnvolle Dinge ausnutzen und der Gedanke war genau das, was du hier beschreibst. Er ist im übrigen wirklich sehr groß, was ohne Magie überhaupt nicht zu erklären wäre.

Ich weiß, was du mit dem mangelnden Fokus meinst und ich sehe auf der einen Seite auch ein, dass ich mir da ein wenig ins eigene Knie geschossen habe, indem ich mal wieder sehr lange mit den Fakten hinterm Berg gehalten habe - aber auf der anderen Seite hab ich selbst die Erfahrung gemacht, dass man die Momente nicht mehr so genießen und nehmen kann, wie Jeremias das tut, wenn man anfängt, darüber nachzudenken. Je mehr man versucht, eine Situation aus Angst bewusst zu genießen, umso mehr entgleitet einem der Genuss. Außerdem wollte ich keinesfalls zu Beginn alles darlegen. Ich habe aber, denke ich, einen Mittelweg gefunden, wie ich die von dir benannten offenen Fragen hinreichend beantworte und trotzdem nicht zu viel vorweg nehme. Zudem hast du vollkommen Recht, dass Jeremias in den beiden Kapiteln zuvor beweist, wie sehr ihn das Thema beschäftigt, dass es unwahrscheinlich ist, dass er im Angsicht seines Bruders nicht eine Sekunde daran denken würde. Danke für den Hinweis hier und dass du dir die Zeit genommen hast, dieses Dilemma so ausführlich zu beleuchten.

Den Vergleich mit Epilepsie kann ich nachvollziehen, aber bewusst daran orientiert habe ich es nicht. Ich wollte absichtlich keine bekannte Krankheit zugrunde legen und fand es ganz "angenehm" mich hier auf fiktive Ursachen konzentrieren zu können, so bleiben parallelen zu realen Gegebenheiten abstrakter, was es für mich beim Schreiben auch einfacher macht. Bei meiner letzten Geschichte war es dann doch näher als mir lieb war.

Dass der Umbruch trotzdem zur Geltung kommt, hat mich beruhigt, so traurig dieser "Twist" auch ist, aber er hat genau diesen Zweck in der Geschichte: Aufzuzeigen, womit Jeremias sich herumschlägt, was ihn antreibt und wie überraschend dieses Übel von Zeit zu Zeit über ihn hereinbricht. Ohne diese Kapitel wäre es vermutlich schwer gewesen, Jeremias in den folgenden Kapiteln zu verstehen. Ich selbst hätte ihn wohl nervig oder unsympatisch gefunden, hätte ich seine Beweggründe nicht nachvollziehen können. Dass man das hier kann, freut mich zu hören.

Ja, der Unfall. Ich sagte ja, ich bin ein Geheimniskrämer und ich muss dringend daran arbeiten, da das richtige Maß zu finden. Spoiler vorweg: Normalerweise hätte es bis Kapitel 26 gedauert, bis Jeremias mal mit der Sprache rausrückt und man als Leser erfährt, was genau hinter dem Fluch auf Nicolas steckt. Die Mechanismen, die dahinterstecken, bleiben auch jetzt weiter unerwähnt (weil sie den Figuren nicht bekannt sind), genau wie die Details des Geschehens, aber welche Umstände dazu geführt haben, das kann man hier durchaus anschneiden, ohne etwas vorweg zu nehmen und das werde ich auch tun, allerdings eher zu Ende des Kapitels hin, da fand ich es passender. AUch hier vielen Dank für den sachdienlichen Hinweis :3

Spätestens am Ende des Kapitels dürfte die Bedeutung hinter dem Titel des Bandes klar sein und ich bin auch ein bisschen stolz auf dieses Bildnis, das du hier sehr schön in Worte gefasst hast, inklusive der Einschätzung, dass Jeremias nicht zu beneiden ist. Wenn das nach drei Kapitel deutlich geworden ist, hab ich viel von dem erreicht, was ich mir für die Geschichte vorgenommen hatte ... Ich würde ja einen fröhlichen Smiley hier hinsetzen, aber das ist in Anbetracht der Situation irgendwie unangebracht, weil es mich als Autor zwar freut, aber ich gleichzeitig mit Jeremias mitfühle. Schwierige Sache ...



Reviewer: Severin Sesachar angemeldet
Date: 31.05.19 Title: Kapitel 5: Kapitel 4: So nah und doch so fern

Was den Einstieg in dieses Kapitel ein wenig mühsam macht, ist die Erzählform. Gewiss, das Plusquamperfekt ist als Vorvergangenheit richtig, aber über mehrere Absätze doch schwer zu lesen. Alternativ könntest du einfach im Präteritum bleiben und gerafft erzählen, was passiert. Beispiel: „Jeremias verharrte stoisch am selben Platz, ignorierte die sich an ihm vorbeidrängenden Leute und auch die rundliche Dame, die einem Wagen voller Süßigkeiten den Gang entlang schob, um ihre Ware feilzubieten. Als sie Jeremias eine Stunde später an derselben Stelle und nach wie vor allein vorfand, fragte sie ihn, ob alles in Ordnung sei. Jeremias reagierte höflich, wenn auch einsilbig, und so ließ die Frau, die Mitleid mit ihm hatte, einen ihrer Schokofrösche wie zufällig vom Wagen fallen. Sie war verblüfft, als Jeremias dieses eigentlich geschickt eingefädelte Geschenk nicht annahm, sondern ihr nachtrug, um es zurückzugeben. Kopfschüttelnd setzte sie ihren Weg fort …“
So kannst du die Zeit auch raffen/überbrücken und es liest sich einfach so viel flüssiger als die Masse an „hatte dies“ und „war das“. Es ist leider keine schöne Zeitform auf Dauer – und wird nur noch von Futur II getoppt, von dem ich mich seit Jahren frage, wofür man diese Form überhaupt im Alltag braucht. ^.^

Dass Jeremias die Alltagsprobleme seiner Altersgenossen nichtig vorkommen, kann ich gut verstehen – und wohl auch jeder, der bereits einen ernsten Krankheits-/Pflegefall in der Familie hatte. Dann steht man da und ist fast ein wenig bestürzt darüber, dass die anderen ihr Glück gar nicht erkennen und Energien darauf verschwenden, sich über Nichtigkeiten aufzuregen (und die „Glücklichen“ können natürlich auch nicht begreifen, dass ihre „kleinen“ Probleme weniger wichtig sein sollen, da sie keine Vergleiche ziehen können … hier ist die Erfahrung Mutter allen Wissens).

Etwas, was mir noch auffällt, ist deine Liebe zu Adjektiven. Hier könntest du in der Tat kürzen. Der Gedanke kam mir insbesondere bei diesem Absatz:
«Entsetzt (unnötig, dass er zusammengezuckt ist ob seiner Erkenntnis, hatten wir ja schon im Satz davor), von fragenden Blicken verfolgt, stürmte er in Richtung seines Abteils. Hinter ihm maunzte Len erschrocken, ehe er ihm verdattert folgte („erschrocken“ streichen, das „verdattert“ reicht vollkommen, um die Stimmung des Tieres einzufangen). Schon als der Junge in den Gang einbiegen wollte, kamen ihm die nächsten drei Schüler entgegen, die ihm widerwillig unter genervten Gemurmel (Doppler – widerwillig und genervt ist hier dasselbe, „widerwillig“)»
Daraus würde sich gerafft ein wesentlich leichter zu lesender Abschnitt ergeben:
«Von fragenden Blicken wie Lens verblüfften Maunzen verfolgt, rannte Jeremias los. Die Schüler im Gang mussten ihm und dem ihm nacheilenden Kater ausweichen. Ihr genervtes Gemurmel verfolgte den Jungen, bis er die Tür zu dem Abteil erreichte, das er als das seine zu erkennen glaubte.»
So hast du alle Infos drin, aber die Hälfte an Text gespart, was dem Tempo zugute kommt, das du an dieser Stelle brauchst. Schließlich ist Jeremias ja panisch ob seiner Erkenntnis, noch immer nicht umgezogen zu sein. Bei der Beinstell-Nummer würde ich es genauso raffen. Weniger Adjektive, dafür die richtigen, um punktgenau zur Sache zu kommen und der Szene nicht ihren Drive zu nehmen. ^.^

Interessant, dass Keaton wie Portia mit ihren Vornamen benannt werden, Edwana im Erzähltext aber McBride bleibt, was distanzierend wirkt. Ist das ein Hinweis darauf, dass sie eine Art neue Antagonistin wird, eine Form eines weiblichen Malfoy vielleicht? So ein bisschen (sehr) snobbistisch ist sie ja, wenn auch bisher nicht vollkommen unsympathisch. Ich warte mal ab, in welches Haus sie gestopft wird… ;)
(Wobei „das Paket guter Laune“ ein etwas unmenschliches Synonym für Portia ist… XD)

Uh, da McBride ja einen wunden Punkt in Jeremias getroffen mit seiner Größe … kapiert es und setzt noch einend rauf. Ich glaube, die beiden werden entweder keine Freunde oder nur unter massiven Startschwierigkeiten. XD

Und yay, da haben wir ja Tradition – hallo Hagrid! Schön, dass du auch seinen Dialekt beibehalten hast, der gehört ja zu ihm dazu wie Sterne an den Himmel. ^.^

Es wundert mich ja ein bisschen, wie sehr sich Jeremias von Nicolas Gruselgeschichten ins Bockshorn jagen lässt. Es ist ja nicht so, dass seine Eltern und Verwandtschaft nicht auch in Hogwarts waren und ebenfalls das ein oder andere erzählt hätten – das haben sie bestimmt! Und selbst wenn Jeremias nur Geschichten von Nicholas gehört haben sollte, kann ich mir nicht vorstellen, dass er nie eine „Stimmt das wirklich …?“-Frage vor seinen Eltern angebracht hat (zumal er selbst noch anmerkt, dass seine Eltern ihn gewiss gewarnt hätten, wenn ihn etwas Bedrohliches in Hogwarts erwarten würde). Andererseits wäre Jeremias seinem Bruder ziemlich hörig und würde ihn weit über seine Eltern setzen, was ich mir … irgendwie nicht vorstellen kann (oder mag, denn es würde Jeremias‘ ganze Intention, Nicolas zu helfen, zu einer Verpflichtung machen und nicht einem aufrichtigen und EIGENSTÄNDIGEN Wunsch, was es ja sein soll).

Ein bisschen gemein ist Jeremias‘ Ersteinschätzung von Hagrid ja. „Er kann einfache Sätze bilden, also besitzt er ein Vielfaches von der Intelligenz eines Gnoms.“ Das wäre ehrlich gesagt eher ein Gedankengang, den ich McBride zugetraut hätte (… wobei die Obelix-Anspielung mich fast wieder versöhnt, lol!)

Bei der Bezeichnung „Scheinriese“ denke ich prompt an etwas anderes, nämlich den Scheinriesen aus „Jim Knopf“, der nur aus der Ferne groß ist und in der Nähe zu normaler Größe schrumpft. Ob diese Assoziation gewünscht war, wage ich hier aber zu bezweifeln, denn Hagrid ist auch aus der Nähe sehr imposant. XD

McBride und ihre Nachbarin … werden noch weniger Freunde als McBride und Jeremias. *macht eine weitere mentale Notiz*

Insgesamt finde ich die Bootsfahr im Vergleich zum Zug etwas langatmig, auch da dort nichts Wichtiges passiert, von dem kurzen Streit der beiden Mädchen abgesehen. In der kompletten Passage „Bahnsteig-Ankunft Hogwarts“ sind mir auch sehr viele Wiederholungen bei den Beschreibungen aufgefallen, was das Ganze noch zusätzlich streckt. Ich habe mich dabei ertappt, dass meine Augen beim Lesen ein paar Mal seitlich weggeschweift sind, da es viel Input ohne Aktion war, oder wie man es gängiger ausdrückt: viel Tell und wenig Show. Ich würde die Szene tatsächlich auf einen Absatz Bahnsteig-Seeufer-Boote-beklettern raffen (schließlich kennen Potter-Fans das alles ja, und wenn nichts Neues passiert, ist eine genaue Wiederholung der Prozedur auch nicht so spannend) und etwas Raum für das Gezänk lassen, bevor dann in einem Absatz das Schloss erreicht wird, damit es nicht eintönig wird.

Nun sind sie also da und es geht ans Einsortieren in die Häuser. Ich bin ja mal gespannt, ob ich mit meinen Vermutungen richtig liege und Jeremias mit seinen ehrgeizigen Ambitionen eher in Ravenclaw statt Gryffindor landet. XD

Author's Response: Wie du sicher bereits gemerkt hast, ist Raffen nicht so mein Ding, aber das ist definitiv eine Stelle an der ich das mal dringend üben sollte. Die Sache mit dem Geschenk noch deutlicher herauszustellen, widerstrebt mir allerdings, zugegebenermaßen.
An und für sich hab ich mich inzwischen sehr an das PQP gewöhnt und es fällt mir nicht mehr negativ auf, aber es stimmt schon, dass es elegantere Methoden gibt.

Der zweite Punkt (ich gehe mal zunächst auf die Verbesserungsvorschläge ein, bevor ich inhaltlich antworte) mit den Adjektiven ... Jou. Was soll ich sagen? Ist sogar schon weniger geworden. Dein Vorschlag klingt schon ziemlich gut und insgesamt werd ich weiter die Augen offen halten, um unnötige Adjektive zu vermeiden. Die Sturzszene nehm ich mir auch noch einmal vor.
Weniger auf deine (sinnvollen) Vorschläge gemünzt, sondern allgemein: Dass manche Autoren Adjektive dagegen nachhaltig verteufeln, halte ich auch für übertrieben. Diese Wortgruppe hat schon ihre Berechtigung und nicht alles lässt sich in passenden Verben ausdrücken.

Punkt drei ist die Langatmigkeit. Ich gebe zu, das zwickte ein wenig beim Lesen :P Aber es stimmt, dass man vieles natürlich als Leser des Originals bereits kennt. Ich mag es trotzdem drinlassen, aus zweierlei Gründen. Erstens kam es schon diverse Male vor, dass Leute meine Geschichten aus anderen Fandoms gelesen haben, ohne fandomkundig zu sein. Dann ist es gut, wenn solche Passagen in voller Länge drin sind. Klar, für Fans, die vorwiegend die Zielgruppe sind, mag es wiederholend sein, aber es ist ja nicht mein einziger Beweggrund. Der zweite ist, dass Jeremias den Bahnhof und das Drumherum für sich selbst ja zum ersten Mal erkundet. Auch wenn Harry das im Kopf der Leser schon sieben Mal (gut, die Bootstour einmal) gemacht hat, bleibt es für ihn das erste Mal.
Die Wiederholungen, da werde ich aber mal nach fahnden, um die etwas zu dezimieren. Das muss nun wirklich nicht da drin sein, so sehr ich auch langsame Szenen leiden kann.

Das Dilemma, wenn man in einer solchen schwierigen Situation wie Jeremias steckt und eben das Umfeld, das dieses Pech gerade nicht hat, hast du sehr schön wiedergegeben. Trifft es sehr gut und ist wohl mit ein Punkt, warum man da schnell in eine soziale Isolation rutscht. Die Lebenswirklichkeiten haben plötzlich einfach sehr wenig Gemeinsamkeiten, so dass man sich zwangsläufig entfernt. Gerade für Kinder, die da noch nicht so analytisch denken, schwierig, dem aktiv entgegen zu wirken.

Bei der Sache mit dem Nachnamen von McBride musste ich grinsen. Ja, das ist dir wunderbar aufgefallen und es ist Absicht und nein, sie ist und soll nicht vollkommen unsympatisch rüberkommen. Aber ja, sie macht es ihm auch nicht sonderlich leicht, sie zu mögen, wobei sie eigentlich einen guten Start hatte - die ersten fünf Minuten.
Dass er auch für Portia nicht immer die schmeichelhaftesten Beschreibungen übrig hat, mag daran liegen, dass er mit ihrer sehr ... direkten und in seinen Augen sogar etwas aufdringlichen Art nicht umzugehen weiß. Es behindert ihn mehr in seinem Bestreben nach Ruhe, so dass er auch ihr - Menschen im Allgemeinen - nicht sonderlich zugetan ist ^^''
Bei Hagrid dagegen, den er in der Tat zunächst so beschreibt, dass es beinahe abfällig zu verstehen wäre, ist er in Gedanken noch viel zu sehr bei den Riesen und dem, was er über sie gehört hat, so dass die Beschreibung mehr gegen Riesen statt gegen Hagrid geht. (Und tatsächlich musste ich auch bei der Bezeichnung an den Scheinriesen aus Jim Knopf denken, hätte aber NIEMALS gedacht, dass da ein Leser drauf kommt! Und es freut mich sehr! Natürlich trifft das auf Hagrid nicht zu, aber so ganz als "große Knochen" geht er eben auch nicht durch. Da muss Jeremias schon etwas erfinderisch werden, um ihn zu beschreiben.)

Hagrids Dialekt ist tatsächlich - das Lob muss ich leider weitergeben - meinem Betaleser zu verdanken. Ich hätte das doch leider verpatzt, aber dafür hab ich mir dann bei der nachträglichen Umsetzung doppelt so viel Mühe gegeben!

Bei den Gruselgeschichten musste ich schmunzeln. Da hab ich tatsächlich damals, als ich das schrieb, im Original nachgelesen und tatsächlich hat ein gewisser Ronald Weasly ein ganz ähnliches Problem wie Jeremias gehabt - und der hatte nun wirklich ein paar Quellen mehr, bei denen er sich hätte bestätigen lassen können, dass zwei gewisse Zwillingsbrüder ihn lediglich veralbern wollen. Der eigentliche Grundgedanke ging auf meine Handwerksausbildung zurück, in der diverse Streiche dieser Art an der Tagesordnung sind. Unter Erwachsenen. Die trotz dem Internet immer noch funktionieren! Selbst, wenn die Eltern denselben Beruf erlernt haben. Weil diese Scherze selbst zur Tradition geworden sind und deshalb den Neuen unter keinen Umständen verraten werden. Höchstens mal guten Freunden bei einem oder fünf Bier, als witzige Anekdote. Dass da sowohl Tante als auch die Eltern, Nachbarn und ältere Nachbarskinder dichtgehalten oder nur Blödsinn erzählt haben, wie man es auch mit ihnen gemacht hat, ist gar nicht so unrealistisch.

Ich lad Montag das nächste Kapitel hoch, da kannst du dann sehen, ob du richtig liegst. Spannend finde ich die Vermutungen auf jeden Fall. Auf einer anderen Plattform hat man schon gerätselt, ob Jeremias nicht nach Slytherin kommt, manche haben auch Gryffindor vermutet. In dem Punkt mit dem Ehrgeiz gebe ich dir auf jeden Fall Recht. Das würde für Ravenclaw sprechen.