Die Frau an seiner Seite von Nadia

Die Frau an seiner Seite von Nadia

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Story Bemerkung:

Sie gehören dem großen Meister J.J. Abrams, den ich für diese Serie zutiefst verehre! Ach ja, und ABC hat auch gewisse Recht an den Charakteren. Ich mache mit meinem Geschreibsel eh keinen Profit, also verklagt mich nicht. ;)

Spoiler: Live Together, Die Alone (1 & 2)
Er konnte sich nicht erinnern, in seinem ganzen Leben jemals so glücklich gewesen zu sein wie in den letzten Tagen. Seit dem Kuss hatte sich seine Beziehung zu Claire endlich vertieft, war über Freundschaft hinaus gewachsen. Etwas, das Charlie schon nicht mehr zu hoffen gewagt hatte. Zumindest nicht nach den letzten Wochen.

Die Zeit, in der Claire ihm verboten hatte in ihre oder Aarons Nähe zu kommen, war furchtbar gewesen. Er hatte sich schon nach wenigen Tagen Hals über Kopf in das australische Mädchen mit den bemerkenswertesten blauen Augen verliebt. Von ihr nicht nur abgewiesen, sondern auch verachtet zu werden, weil sie von seiner Heroinabhängigkeit erfahren hatte, war für Charlie eine der schmerzlichsten Erfahrungen gewesen. Er wusste zu diesem Zeitpunkt ja nicht, dass ihre Verachtung geboren durch tiefe Angst, vorübergehend war. Dagegen war ihm die Zeit des Entzuges harmlos vorgekommen. Wenige Tage hatte es gedauert, bis sein Körper sich daran gewöhnte keine Drogen mehr zu erhalten.

Flügel hatte ihm Claire verliehen. Ihm über die schwere Zeit hinweg geholfen und ihn abgelenkt. Als sie die Jungfrau Maria in der Hand hielt und ihm entgegen hob, hatte Charlie sich gefühlt als zöge ihm eine imaginäre Macht den Boden unter den Füßen weg. Die noch so zerbrechliche Bindung, die er zu jener Zeit zu Claire aufgebaut hatte, zerbrach wie ein Herz aus dünnem Glas in tausend Scherben.

Das Leben hatte seinen Sinn verloren. In wenigen Augenblicken.

Irgendwie hatte er die Zeit überlebt. Nicht unbedingt den besten Umgang gepflegt und ganz sicher hatte er keine besonderen Heldentaten verbracht. Eher noch war er zu Sawyers Handlanger und einem Schurken verkommen.

Dann hatte er seine Chance gesehen endlich wieder Claires Vertrauen zu erlangen. Er wusste, dass er ohne ihr Vertrauen auch ihr Herz nicht würde gewinnen können. Also hatte er das Selbstmitleid zusammen mit den Statuen der Jungfrau Maria im Wald vergraben und angefangen wieder der Mann zu werden, der Claires Liebe verdiente. Ein Gefühl, das unschuldig war und tief. Tiefer als alles, was er davor empfunden hatte. Und ganz sicher hatte keines der Mädchen, die er bislang gekannt hatte, jemals etwas für ihn empfunden. Nun, bis auf eines vielleicht. Wenn er jetzt an Lucy dachte, fühlte er nichts als Scham.

Mit Claire würde er es besser machen. Das jedenfalls hatte er sich fest vorgenommen. Liebevoll blickte er im schwachen Mondschein zu Claire hinab, die tief und fest schlief. Aaron hatte sie vor einiger Zeit geweckt, als er Hunger bekommen hatte. Und während Claire gleich wieder einschlafen konnte, blieb Charlie wach. Zu viele Gedanken geisterten ihm durch den Kopf. Und immer wieder ertappte er sich bei dem Gedanken daran, wie glücklich er war. Claire war eine hingebungsvolle Mutter, vielleicht ab und zu etwas überfordert, aber das war vermutlich normal beim ersten Kind. Niemand wusste auf Anhieb, wie man einem Baby eine gute Mutter oder auch ein guter Vater sein kann. Dies würde einen die Zeit und Erfahrung lehren. Und er hoffte, dass er selbst eines Tages ein guter Vater sein würde. Dass er vielleicht sogar eines Tages Aarons Vater sein würde. Er wünschte es sich von Herzen.

Er hatte für den kleinen Jungen vom ersten Augenblick als er ihn sah Liebe empfunden. Und er konnte sich nicht vorstellen, dass er ein leibliches Kind mehr lieben würde. Aaron war der Sohn der Frau, mit der er den Rest seines Lebens verbringen wollte. Wie könnte er ihn nicht lieben, als sei er sein eigener Sohn? Sie waren praktisch eine Einheit, gehörten zusammen.

Es war gut, dass sie hier auf der Insel gestrandet waren. Charlie hätte es im Nachhinein nicht anders haben wollen. Natürlich war es schrecklich nicht zu wissen, was die anderen mit Jack, Kate und Sawyer vorhatten und wo Michael und Walt sich wohl aufhielten. Die Gruppe hatte sich aufgelöst, viele der Überlebenden versuchten einfach ihren eigenen Weg zu gehen. Und Charlies Weg war derselbe wie Claires und Aarons. Er konnte auf die anderen verzichten, auch wenn ihre Schicksale ihn nicht unberührt ließen. Seine Verantwortung lag allein bei der Frau an seiner Seite und ihrem Baby. Der Rest würde sich ergeben. Und wer konnte schon sagen, dass nicht in absehbarer Zeit Rettung eintreffen würde. Vielleicht mussten sie nur noch etwas länger durchhalten. Seite an Seite.

Um dann, in naher Zukunft oder in ferner, gemeinsam ein neues Leben weit weg von dieser Insel zu beginnen. Um es dann anders, um es richtig zu machen.

Er konnte sich gut vorstellen nicht mehr nach England zurück zu fliegen. In Australien bei Claire zu leben, zu wissen, dass sein Bruder Liam auch dort lebte, genügte ihm.

Behutsam, um sie nicht zu wecken, legte Charlie sich wieder neben Claire, schlang den Arm um sie und sah sie nochmals an. Dann schloss er die Augen und malte sich ihre gemeinsame Zukunft aus. Eine Zukunft weit weg von der Insel, weit weg von Angst. Und schließlich fiel er, ein sanftes Lächeln auf den Lippen, in einen tiefen Schlaf.


~fin


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