Nach der Quarantäne von Nadia

Nach der Quarantäne von Nadia

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Story Bemerkung:

Spoiler: 4.13 Quarantine

Meine erste SGA het Fic. Seid nachsichtig. Sie trieft ein wenig. *lol*
Dr. Jennifer Keller saß, wie so oft als letzte des Med-Teams, noch spät am Abend in ihrem Büro, gleich neben der Krankenstation, und schrieb einen Bericht fertig. Auf dem Schreibtisch neben ihrem Laptop stand ihre Kaffeetasse. Sie griff danach, ohne hinzusehen. Als sie einen Schluck des Kaffees nehmen wollte, stellte sie fest, dass die Tasse leer war. Sie war so in ihre Arbeit vertieft gewesen, dass sie vergessen hatte, bereits den letzten Schluck getrunken zu haben. Zerknirscht stellte sie die Tasse wieder zurück an ihren Platz und seufzte hörbar.

„Sie sollten für heute Schluss machen.“ Die tiefe Stimme Ronons ließ sie zusammen zucken.
Sie hatte so spät niemanden mehr in der Krankenstation erwartet. Sie drehte sich in ihrem Stuhl zu ihm herum und setzte ein Lächeln auf, das von einem jähen Gähnen aus ihrem müden Gesicht gewischt wurde. „Sie arbeiten zu lange.“

„Die meisten Berichte hab ich Ihnen zu verdanken“, feixte sie und stand auf. Die zeigte mit dem Daumen nach hinten über ihre Schulter, wo der Schreibtisch stand. „Das ist der letzte für heute.“
„Warum gehen Sie mir aus dem Weg?“, fragte er gerade heraus und änderte das Thema so abrupt, dass Jennifer ihn für einen Moment verblüfft ansah.

„Ich… gehe Ihnen nicht aus dem Weg.“

„Seit dieser Sache neulich… gehen Sie mir aus dem Weg.“ Er verschränkte die muskulösen Arme vor der Brust und musterte sie aus dunklen Augen.

Sie schüttelte kaum sichtlich den Kopf. „Ich… muss wirklich weiter arbeiten.“

„Sehen Sie, schon wieder. Das machen Sie neuerdings ständig. Sie weichen dem Thema aus.“
„Vielleicht tue ich das. Aber bestimmt nicht absichtlich. Nach der Quarantäne, als wir alle in der Kantine zusammen saßen, haben Sie mich kaum eines Blickes gewürdigt. Ich bin davon ausgegangen, dass das Thema für Sie daher erledigt ist.“

Er machte zwei Schritte auf sie zu und stand plötzlich unmittelbar vor ihr. Instinktiv wollte Jennifer zurückweichen, doch hinter ihr war der Stuhl ihres Schreibtisches und sie sackte darauf hinab. Aus einem Reflex heraus ließ sie sich von Ronon halten, um nicht zu stürzen und er nahm dies zum Anlass direkt vor ihr in die Knie zu gehen.

„Es ist nicht erledigt. Nicht für mich“, sagte er und klang trotz seiner tiefen Stimme unheimlich sanft.

Seine Worte verursachten bei ihr eine Gänsehaut. „Nicht?“, fragte sie ungläubig und er schüttelte mit einem kleinen Lächeln den Kopf. Er lächelte nicht besonders oft, daher war es jedes Mal etwas Besonderes, wenn er es dann doch tat. „Aber warum…“

„Die anderen brauchen davon nichts wissen. Mein Privatleben soll privat bleiben. Ich… öffne mich nicht gerne vor anderen.“

Soviel war ihr natürlich auch schon aufgefallen. „Sheppard und Teyla sind doch aber Ihre Freunde.“ Jennifer stand die Verwirrung ins Gesicht geschrieben. Ihr war unbegreiflich, wie man selbst vor Freunden derart verschlossen sein konnte. Natürlich war sie noch nicht sehr lange auf Atlantis, vielleicht schätzte sie die Beziehungen der anderen auch falsch ein.

„Wo ich herkomme, ist das eben so. Ist das ein Problem?“

Nur sehr langsam schüttelte sie den Kopf. Sie war sich nicht wirklich sicher, ob es für sie selbst in Ordnung war, geheim zu halten was sich zwischen ihnen entwickelte. „Ich… weiß nicht, ob ich das kann“, sagte sie daher leise. „Teyla hat mich schon angesprochen, als sie zuletzt hier war. Sie hat gesehen wie ich Sie angesehen habe und… ihre Schlüsse gezogen.“

„Und was hast du ihr gesagt?“

„Die Wahrheit.“ Er nickte, verzog dabei das Gesicht allerdings ein wenig missmutig. Daher fügte sie schnell hinzu: „Ich hab ihr gesagt, dass da nichts ist. Dass ich wohl etwas missverstanden habe und…“

„Du hast nichts missverstanden“, unterbrach er sie.

Sie schluckte den Kloß in ihrem Hals runter, der sie quälte seit er begonnen hatte sie so intensiv zu mustern. Gerne wollte sie etwas erwidern, aber es war als wäre ihr kompletter Wortschatz aus ihrem Gehirn gelöscht worden. Sie konnte ihn nur ansehen.

Ronon hob die rechte Hand zu ihrem Gesicht und streichelte ihre Wange. „Wir haben da noch etwas offen stehen, bei dem wir unterbrochen wurden.“ Seine Hand glitt hinter ihr linkes Ohr, runter zu ihrem Nacken. Behutsam zog er sie zu sich herab, während er sich ein wenig streckte, um ihr entgegen zu kommen.

Dann, endlich, nach den vielen Stunden der Unsicherheit, seit sie zusammen in der Krankenstation eingeschlossen waren, fühlte sie seine Lippen auf ihren. Seine Lippen waren ein wenig rau, wie auch seine Hände, doch das gefiel ihr im Grunde besonders an ihm. Weiche Lippen und Hände hätten nicht zu ihm gepasst. Und als seine Zunge ihre Lippen spaltete, glaubte sie von ihrem Stuhl abzuheben. In ihrem Magen begann es zuerst nur ein klein wenig zu kribbeln, doch dann wurde es immer stärker und plötzlich fühlte sie sich, als fließe prickelnder Sekt durch ihre Adern.
Seine Hände wanderten hinter sie, zogen zärtliche Kreise auf ihrem Rücken und sie begann sich heftiger an ihn zu pressen. Sie hatte viel zu lange auf die Nähe eines Mannes verzichtet, um ihrer Arbeit nachgehen zu können, als dass sie sich jetzt zieren könnte.

Sie hatte nicht erwartet Liebe auf Atlantis zu finden. Und schon gar nicht hatte sie damit gerechnet, dass ausgerechnet Ronon Dex, der Krieger, der Mann sein würde, der sie mit Zuneigung erfüllen würde.

Ob es Liebe war, konnte sie noch nicht sagen. Aber alles in ihr, verlangte nach mehr. Sie wollte ihn nicht loslassen, wollte den Kuss niemals beenden, der sie beinahe in einen Rauschzustand versetzte. Dennoch löste sie sich nach einiger Zeit von ihm und sah ihn fest an. Sie suchte in seinen Augen, was er als nächstes erwartete. Sie wollte sich Zeit lassen, nichts überstürzen.

Ronon sah sie aus hungrigen Augen an, strich ihr das Haar aus dem Gesicht, welches in der Hitze des Moments aus dem Haargummi gerutscht war. „Was denkst du?“

„Ich werde das nicht lange geheim halten können. Man wird es mir ansehen. Ich kann das nicht verstecken. Darin bin ich nicht gut.“

„Nur ein bisschen. Lass uns sehen, wie es sich entwickelt.“ Er küsste sie auf die Nasenspitze.
Ausgerechnet der Mann, von dem sie geglaubt hatte, dass er brutal sei und zu nichts weiter imstande als zu kämpfen, sah sie nun aus zärtlichen Augen an. Dieser Mann küsste sie, streichelte sie, begehrte sie. Sie hatte nicht für möglich gehalten, dass jemand wie er überhaupt zu Zärtlichkeit in der Lage wäre.

Sie nickte. „Ich werde es versuchen.“

Er lächelte und zog sie neuerlich zu einem langen, innigen Kuss zu sich. Als er sich schließlich von ihr löste, stand er auf und drehte sie auf ihrem Stuhl wieder Richtung Arbeitsplatz. „Dann will ich dich jetzt nicht länger stören. Ich wollte das nur zwischen uns klären.“ Sie drehte den Kopf so weit es ging und blickte zu Ronon auf. Flüchtig drückte er ihre Schultern und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn. „Ich bin noch eine Weile auf.“ Mit diesen Worten ließ er sie in ihrem Büro allein und verschwand so leise, wie er gekommen war.

Für einen Moment starrte sie perplex auf den Eingang, durch den er eben verschwunden war. Dann legte sich ein zufriedenes Lächeln auf ihre Lippen und sie machte sich wieder an die Arbeit, um so schnell wie möglich für heute damit fertig zu werden.


~fin
Kapitel Abschlussbemerkung: Keine Ahnung, ob dieser Oneshot was taugt oder nicht. Lasst es mich wissen. Ich liebe Feedback.^^


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